Schilfrohr aus dem 3D-Drucker

Start-up Das Jungunternehmen AMtopus wurde mit dem Start-up-Paket für Gründer geehrt

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Geschäftsführer Henning Zeidler mit seiner Preis-Urkunde vor dem StartUp-Gebäude am Technologiecampus. Foto: Michael Chlebusch

Der 3D-Druck gehört zu den Technologien, denen aktuell eine große Zukunft vorhergesagt wird: Ob privater Konsument oder industrielle Anwendung - schnell und vor allem individuell sollen künftig Produkte entstehen. Hier mischt künftig auch ein Chemnitzer Jung-Unternehmen mit - die AMtopus GmbH & Co. KG. Vergangene Woche wurde das Unternehmen mit dem Start-up-Paket für Unternehmensgründer in der Stadt willkommen geheißen - bei einer Veranstaltung des Hochschulgründernetzwerks Saxeed. Mit der TU Chemnitz ist Gründer Henning Zeidler eng verbunden: Er studierte Mikrotechnik/Mechatronik an der TU, promovierte anschließend an der Fakultät für Maschinenbau, ist inzwischen dort Oberingenieur der Professur Mikrofertigungstechnik. Mit dem 3D-Druck - oder wie es im Fachjargon heißt: Additive Manufacturing - beschäftigt sich Zeidler auch als Vorstand des privat organisierten Beckmann-Instituts für Technologieentwicklung. Vor allem geht es ihm darum, beim Druck natürliche, nachwachsende Rohstoffe einzusetzen. Fasern einer Schilfpflanze, mit einem speziellen Bindemittel "verklebt", kann AMtopus bereits in beliebige Formen drucken, an Verfahren mit Holzspänen oder Muschelkalk forscht das Unternehmen derzeit: "Wir wollen den Plastikersatz, der ein gutes Gewissen zurücklässt", skizziert Zeidler das Ziel. Weil aber natürliche Ausgangsstoffe sehr viel stärker schwankende Eigenschaften haben als immer gleiches Plastik, ist eben besonders viel Forschung insbesondere auch an den Einstellungen der Drucker notwendig. Hier verbindet AMtopus Kenntnisse aus Maschinenbau und Chemie. "Momentan sind wir im Gespräch mit ersten Kunden für unsere Entwicklungen", erklärt Zeidler. So sollen aus Schilfrohr hoch angepasste Verpackungen für kleinere oder größere Maschinenteile werden. "Die kann man nach Verwendung dann einfach auf den Kompost werfen."