Schillers "Die Räuber" feiert Premiere im Schauspielhaus

Theater Folgeaufführungen bis Ende Oktober

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Martin Esser spielt einen Räuber (li.) und Philipp von Schön-Angerer den Karl Moor. Foto: Theater/Wuschanski

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein - die Brüder Franz und Karl. Franz, der zweitgeborene und vernachlässigte Sohn von Maximilian Moor steht Karl, dem vom Vater innig Geliebten, gegenüber. Franz spielt Vater und Bruder gegeneinander aus, skrupellos und radikal.

Karl wiederum schließt sich einer Räuberbande an, wird ihr Anführer und schwört Gefolgschaft bis zum Tod. Friedrich Schiller zeigte 1781 mit seinem Stück "Die Räuber" das Leben zweier Brüder, die Extreme wählen, um an ihre Ziele zu kommen.

Gewalt im Namen der Freiheit?

Die Radikalität mit der die Brüder jeweils umgehen, greift Regisseurin Nina Mattenklotz auf und bringt sie in die Gegenwart - Kriegsrhetorik in aller Munde, Gewalteskalationen rechts und links und jede Seite okkupiert das große Wort für sich: Freiheit. "Alles geschieht im Namen der Freiheit: Mord, Totschlag, Überwachung und Überprüfung.

Doch wo landen wir, wenn sich die Gewalt verselbstständigt und sich ein Riss nicht nur durch das Land, sondern auch durch die Gesellschaft zieht und Misstrauen, Angst und Feindlichkeit wachsen? Ist das die einzige Basis, die uns noch vereint?", fragen die Theater.

Premiere am 23. September

Nina Mattenklotz inszenierte in der Spielzeit 2015/2016 das Gewinnerstück des Chemnitzer Theaterpreises für junge Dramatik "Die Zärtlichkeit der Hunde" von Uta Bierbaum.

Die Premiere der Räuber findet am 23. September um 19.30 Uhr im Schauspielhaus statt. Folgeaufführungen gibt es zum Beispiel am 28. September, 20. und 28. Oktober, jeweils 19.30 Uhr auf der Großen Bühne des Schauspielhauses.