Schlechte Organisation: Geschäftsinhaber leiden

Baumaßnahmen Umsatzeinbußen durch Chemnitzer Modell

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Zehn Prozent Umsatzeinbußen verbuchte die Waschanlage an der Bernsdorfer Straße. Foto: Toni Söll

Mit der Inbetriebnahme des Haltepunktes Stadlerplatz (Blick berichtete) ging gestern eine 15-monatige Bauzeit zu Ende, die Geschäftsinhabern an der Bernsdorfer Straße einiges abverlangte. "Die Vollsperrung der Straße brachte erhebliche Einschränkungen mit sich", weiß Ingo Kinzer, Betriebsleiter bei Best Carwash, zu berichten.

Die Anfahrt wurde zum Problem

"Selbst Stammkunden, die sich normalerweise gut auf neue Verkehrssituationen einstellen können, hatten Probleme mit der Anfahrt. Als kleiner Betrieb macht man sich natürlich Gedanken, ob Mitarbeiter trotz Umsatzeinbußen gehalten werden können. Einige Geschäfte in Baustellennähe haben die Bauzeit nicht überlebt."

Nach anfänglich fehlenden Informationen schaffte ein kritischer Fernsehbeitrag Transparenz: "Danach wurde ich vom Tiefbauamt lang- und mittelfristig über alle anstehenden Arbeiten und damit verbundenen Einschränkungen informiert. Auch die Ausschilderung der Umleitung bis zur Waschstraße war für mich mit keinen Kosten verbunden. Was möglich war, wurde umgesetzt. Das rechne ich der Stadt hoch an."

Umsatzeinbußen von bis zu 25 Prozent

Dennoch habe Ingo Kinzer unterm Strich zehn Prozent an Umsatz eingebüßt. Von bis zu 25 Prozent weniger Einnahmen ist bei Mike Meischner die Rede. Auch der Orthopädiefachmann kritisiert die Informationspolitik der Stadt, musste seinen zum Teil gehbehinderten Kunden lange Wege zumuten.

"Von heute auf morgen standen die Kräne. Treue Kunden sind bei der Anfahrt verzweifelt, von Neukunden ganz zu schweigen." Dass die Bauarbeiten fünf Monate länger als geplant dauerten, war für ihn keine Überraschung.

"Die Maßnahmen liefen zum Teil sehr unkoordiniert ab. Trotzdem war das Tiefbauamt sehr bemüht, uns so viele Steine wie möglich aus dem Weg zu räumen."