"Schmiermaxe" Kurt Schönherr wurde dreimal DDR-Meister

Motorsport Chemnitzer startete vor 70 Jahren erfolgreiche Karriere

Der 87-jährige Chemnitzer Kurt Schönherr startete vor 70 Jahren eine überaus erfolgreiche Karriere als Schmiermaxe im Gespann von Fritz Bagge, der bereits 1932 in den Motorsport als Solorennfahrer eingestiegen war. Ihr erstes gemeinsames Rennen bestritten die beiden Chemnitzer im Sommer des Jahres 1950 beim Sternbergrennen in Zella-Mehlis in der Ausweisklasse. Von da ab ging es steil bergauf für das harmonische Duo, das schon zwei Jahre später auf den Rennstrecken in Ost und West für Furore sorgte. In jenem Jahr wurden Fritz Bagge und Kurt Schönherr erstmals DDR-Meister in der 500er-Klasse auf Zündapp. Doch ihnen wurde auch schnell klar, dass sie wegen des unterlegenen Materials international chancenlos waren. "Die Westdeutschen konnten es sich leisten, langsam um die Kurven zu fahren. Sie brauchten nichts zu riskieren und konnten anschließend den Hahn wieder aufmachen - und waren damit fort. Während wir Ostdeutschen in den Kurven zu einer riskanten Fahrweise gezwungen waren", erinnert sich Kurt Schönherr.

Doch 1953 am Sachsenring gelang es dem ambitionierten Duo auf einer Norton ein Handstreich. Wenngleich das Rennen als sogenanntes totes Rennen in die Geschichtsbücher des alten Sachsenrings einging aufgrund eines Fauxpas des westdeutschen Duos Otto Schmid und Otto Kölle aus Sindelfingen, die das Rennen der Klasse bis 500ccm anführten. In der letzten Runde wähnten sich die beiden irrtümlicherweise bereits im Ziel und verfielen in Siegestaumel. Von hinten kamen unterdessen die beiden Chemnitzer angeprescht. In dem Moment wurden den Westdeutschen ihr ärgerlicher Irrtum klar, dass noch 30 Meter bis ins Ziel fehlten, sie schoben also ihr Gespann ins Ziel. Gleichzeitig wurden die Ostdeutschen abgewunken. Damit gab es zwei Sieger. 1954 und 1955 wurden die beiden noch einmal DDR-Meister.