Schüler setzen sich mit dem Holocaust auseinander

Wettbewerb Aquarell "Wenn aus Hass Gesetz wird" gewinnt Preis

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Die 17-Jährige Ngoc Anh Phan gewann mit ihrem Aquarell "Wenn aus Hass Gesetz wird" den Preis der Schülerauswahl. Foto: Michael Chlebusch

Es sind Bilder, wie man sie Kindern und Jugendlichen eher nicht zumuten möchte. Düster, bedrohlich, traurig. Am Dienstag standen sie in stummer Reihe und doch anklagend schreiend im Säulensaal der Chemnitzer Kunstsammlungen. Gemalt wurden sie von 11- bis 17-jährigen Chemnitzer Schülerinnen und Schülern, die sich im Rahmen eines Wettbewerbs mit dem Thema Holocaust im Dritten Reich auseinandergesetzt hatten und nun ausgezeichnet wurden.

Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur

Bereits zum 29. Mal veranstaltete Akron, die Chemnitzer Partnerstadt in den USA, in diesem Jahr ihren jährlichen "Holocaust Arts and Writing Contest". Der Wettbewerb ruft Schüler dazu auf, sich in Wort und Bild mit den Verbrechen der NS-Diktatur auseinanderzusetzen. Zum vierten Mal wurden dazu auch Schüler aus Deutschland eingeladen. Neun Teilnehmer der Montessori-Schule und des Agricola Gymnasiums nahmen die Herausforderung an, unter ihnen wurden die deutschen Preisträger ausgewählt.

Vergleich mit der Gegenwart

In der Kategorie Literatur erhielten die 17-jährigen Autorinnen Lena Schulze und Elena Albrecht den ersten Preis. Mit dem Thema "Holocaust" setzten sie sich zwangsläufig bereits zuvor nicht nur in der Schule, sondern auch angesichts der aktuellen fremdenfeindlichen Stimmung in der Gesellschaft auseinander, erklärten die beiden Schülerinnen. Durch den Wettbewerb habe sich dies noch einmal intensiviert.

Gemeinsam schrieben sie die Geschichte "Aliza", die aus der verängstigt-naiven Sicht eines Mädchen die Geschichte einer Deportation erzählt. Den ersten Platz der Kategorie Bildende Kunst holte der elfjährige Friedrich Markus für sein Werk "Auf der Flucht". Die 17-Jährige Ngoc Anh Phan gewann mit ihrem Aquarell "Wenn aus Hass Gesetz wird" den Preis der Schülerauswahl. Es zeigt das abstrahierte Bild eines Menschen am Rednerpult als Ursprung des Wertverfalls und Hasses und will damit auch in die Gegenwart verweisen.