Schuldig oder nicht? Wahre Mordfälle und eine Verhandlung zum Mitmachen im Chemnitzer Landgericht

Von der Chemnitzer Giftmörderin bis zum spektakulären Fall im Regionalexpress – am 2. und 3. Juni wird Recht zum „Open Justice“-Tag im Landgericht greifbar.

Chemnitz

Recht ist kein abstrakter Begriff, sondern integraler Bestandteil des städtischen Lebens. Unter dem Motto "Open Justice - Tag der offenen Gerechtigkeit" lädt das Landgericht Chemnitz am 2. und 3. Juni dazu ein, hinter die Kulissen der Justiz zu blicken. Ziel ist es, den Rechtsstaat erlebbar zu machen und zu zeigen, dass Gerichte keine isolierten Inseln sind. Der Aktionstag findet zeitgleich auch an den Amtsgerichten Aue-Bad Schlema, Döbeln, Freiberg und Marienberg statt.

Auftakt mit Gabi Thieme: Wahre Verbrechen im Gerichtssaal

Den Startschuss setzt am 2. Juni die bekannte Autorin und längjährige Reporterin der Freien Presse Gabi Thieme. Ab 18 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr) liest sie im Großen Schwurgerichtssaal aus ihren Büchern vor. Thieme hat zahlreiche Verfahren am Landgericht journalistisch begleitet und präsentiert spannende Geschichten wie den "Mord im Regionalexpress" oder den Fall der Giftmörderin beim "Tödlichen Cocktail". Im Anschluss steht die Autorin für Fragen zur Verfügung, verkauft und signiert ihre Werke. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung über das Beteiligungsportal Sachsen ist jedoch erforderlich.

Der "Tag der offenen Gerechtigkeit" am 3. Juni

Das Hauptprogramm beginnt am Mittwoch um 9.30 Uhr mit der Eröffnung durch den Präsidenten des Landgerichts, Dr. Dominik Schulz. Der Tag bietet eine Mischung aus Information, Diskussion und Interaktion:

  • Führungen: Um 9.30 Uhr und 15.45 Uhr finden öffentliche Führungen durch das historische Gebäude auf dem Kaßberg statt.
  • Vorträge: Im Sitzungssaal 036 geht es um 10:30 Uhr um "KI in der Justiz" und um 11:30 Uhr um "Kunstwerke vor Gericht".
  • Prozesssimulation: Das Highlight ist um 13 Uhr die Nachstellung eines realen Falls unter dem Titel "Der Haustyrann". Im großen Schwurgerichtssaal agieren echte Anwälte und Staatsanwälte. Das Besondere: Am Ende darf das Publikum entscheiden, wie die angeklagte Frau bestraft werden soll, bevor die Kammer ihr Urteil spricht.
  • Podiumsdiskussion: Um 14.45 Uhr diskutieren Fachleute über die provokante Frage "Richter Gnadenlos oder Kuscheljustiz?".

Justiz zum Anfassen auf dem Gelände

Von 9.30 Uhr bis 16 Uhr verwandelt sich das Areal rund um das Landgericht in eine Informationsmeile mit zahlreichen Partnern:

  • Kriminalpolizei & Prävention: Die Polizei ist mit einem Phantombildzeichner und Brandursachenermittlern vor Ort. Zudem gibt es Informationen zu Drogen und Schutz vor dem sogenannten "Enkeltrick".
  • Justizvollzug: Die JVA Chemnitz präsentiert einen Gefangenentransporter und führt verschiedene Fesseltechniken vor.
  • Finanzen & Recht: Die Deutsche Bundesbank informiert über die Erkennung von Falschgeld. Zudem präsentieren sich die Stiftung "Forum Recht" sowie Vereine für ehrenamtliche Richter.
  • Karriere: Wer sich für eine Laufbahn in der sächsischen Justiz interessiert, kann sich vor Ort über Studienmöglichkeiten und Berufsfelder informieren.

Vorab reservieren: Anmeldung für Highlights

Alle Angebote sind kostenfrei. Aufgrund der hohen Nachfrage und begrenzter Plätze wird für die Hausführungen und die Prozesssimulation "Der Haustyrann" eine vorherige Anmeldung über das Beteiligungsportal des Freistaates Sachsen dringend empfohlen. Anmeldungen sind ab 18. Mai möglich. Hier ein Link zum Beteiligungsportal. Alle anderen Programmpunkte können ohne Anmeldung besucht werden.

Sicherheit geht vor: Hinweise zum Einlass

Besucher sollten beachten, dass am Einlass in der Hohen Straße 19 Sicherheitskontrollen stattfinden. Es wird gebeten, etwa 20 Minuten Zeit einzuplanen und gefährliche Gegenstände zu Hause zu lassen. Weitere Informationen und die Buchungslisten sind online zu finden auf der Website des Landgericht Chemnitz. Hier ein Link zur Website.

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