Scientist Award für Pionierarbeit

Preis Ludwig Ludhardt erhält Auszeichnung für Nachweis früherer Umweltveränderungen

Schon mit acht, neun Jahren wusste Ludwig Ludhardt, dass er Geologe werden wollte. "Alle Jungs in dem Alter sind fasziniert von Dinosauriern", erzählt der Wissenschaftler vom Naturkundemuseum, "aber mich haben mehr die Steine interessiert". Über die TU Freiberg führte der Weg schließlich nach Chemnitz, wo er während der Semesterferien immer bei den Ausgrabungen im Steinernen Wald half. Schon seit Jahrhunderten bekannt, gibt dieser bis heute Rätsel auf. "Vor rund 291 Millionen Jahren lag die Gegend am 15. Breitengrad und der Ausbruch des sogenannten Zeisigwald-Vulkans begrub eine tropische Oase aus Farnen, Schachtelhalmen und Koniferen unter seiner Asche", erklärt Ludwig Ludhardt, "vergleichbar ist das etwa mit Pompeii beim Ausbruch des Vesuvs". Alles Leben kam plötzlich zum Stillstand und die Asche konservierte Pflanzen und Tiere an Ort und Stelle, für Wissenschaftler heute indes ein weltweit einmaliger Glücksfall. Die Chemnitzer Fossillagerstätte repräsentiert das vollständigste bislang bekannte Wald-Ökosystem aus dem Perm und auf dem Fachgebiet der Paläontologie, der Wissenschaft von den Lebewesen vergangener Erdzeitalter leistet Ludwig Ludhardt in gewisser Weise Pionierarbeit. Beim Young Scientist Awards der Paläontologischen Gesellschaft wurde diese Arbeit nun mit einem 3. Preis gewürdigt. Mit der Analyse der Zuwachszonen in den Bäumen in versteinerten Hölzern gelang es weltweit erstmals, in fossilen Bäumen des Perms dokumentierte zyklische Umweltveränderungen nachzuweisen.