Selbstbewusste und aktive Bürger sind gefragt

Stadtmarketing 200 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Chemnitz zu Gast

Der Begriff Heimat treibt die Stadt Chemnitz seit langem an, sagt Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. Chemnitzer sollen gute Gefühle mit ihrer Stadt in Verbindung bringen. "Selbstbewusste Bürger sind wenig angreifbar für Ideologien, die genau das nicht möchten", so Ludwig.

Heimat ist auch der Schwerpunkt des Deutschen Stadtmarketingtages 2019, der in dieser Woche rund 200 Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik nach Chemnitz zieht. Die Netzwerktagung vereint alle, die sich für lebenswerte und zukunftsfähige Städte engagieren. Organisiert wird das Treffen von der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (bcsd), zu dessen Vorstand Norbert Käthler gehört. Er selbst stammt aus Trier und hat dadurch ebenso wie der Chemnitzer eine Beziehung zu Karl Marx. "Davon mal abgesehen ist Chemnitz deutlich bunter als erwartet", sagte er am Montag.

Wie präsentiert sich Chemnitz nach Außen und welche Rolle spielt man selbst dabei?

Bernadette Spinnen, die Bundesvorsitzende des bcsd, berichtete, dass drei Viertel der Teilnehmer des Stadtmarketingtages noch nie zuvor in Chemnitz waren. Natürlich sei seit August vergangenen Jahres ein bestimmtes Bild der sächsischen Metropole nach außen transportiert worden - doch das sei nicht der Grund gewesen, die bundesweite Veranstaltung in diesen Tagen hier stattfinden zu lassen. Chemnitz sei jetzt aber genau der richtige Ort für den Begriff Heimat.

Heimat gehe immer auch mit Identität einher und die Frage danach habe sich in der Stadt drastisch und schockierend öffentlich gestellt, dass niemand drumherum komme. Aber wie kann man seine Stadt lieben? "Das geht nicht durch Gebäude oder ein großes Feuerwerk, sondern nur durch aktive Bürger. Jeder muss sich die Frage stellen: Welche Rolle spiele ich in meiner Stadt?", so Bernadette Spinnen.