Sensationsfund in Glösa: Ältester Dino Deutschlands entdeckt

Forschung Überreste wurden bei Autobahnbau zu Tage gefördert

20 Jahre nach dem Bau der A4-Ausfahrt bei Glösa haben Forscher jetzt eine geologische Sensation bekannt gegeben: Bei Ausgrabungen im Zuge des Bauvorhabens fanden sie nicht weniger als den ältesten Saurier Deutschlands! Wie Geologen der TU Bergakademie Freiberg und des Museums für Naturkunde Chemnitz berichten, wurden bei einer gemeinsamen Ausgrabung im Jahre 2001 neben Überresten von Pflanzen, Skorpionen und Haien auch sogenannte Koprolithen ('Kotsteine') gefunden.

 

Es war kein "Kotstein"

 

Einen solchen vermeintlichen Koprolith fand der Geologe Uwe Hofmann. Die wahre Natur dieses Fundes erkannte Professor Dr. Jörg W. Schneider erst Jahre später beim Durchsehen des in der Freiberger Bergakademie aufbewahrten Grabungsmaterials. Es waren Schädelknochen eines Sauriers. Die Knochen sind als Abdruck in einem feinen Sandstein erhalten. Sie wurden am Naturhistorischen Museum Schleusingen in Südthüringen mit Silikonkautschuk abgeformt, um wieder ein "Positiv" der Knochenoberflächen herzustellen. Am Museum Schleusingen wurden bereits die Ur-Saurier von Chemnitz, die an der Ausgrabungsstelle Frankenberger Straße zwischen 2008 bis 2011 gefunden wurden, präparativ bearbeitet.

 

Wie sah der Glösa-Saurier aus?

 

Wie die Forscher herausfanden, handelt es sich bei dem Saurierfund von Chemnitz-Glösa um drei Schädeldach-Knochen, die es bei uns Menschen so heute nicht mehr gibt. Der Schädel hatte eine Länge von 13 Zentimeter, das ganze Tier war etwa 70 bis 80 Zentimeter lang. Die Schädeldach-Knochen gehören zu einem sogenannten temnospondylen Amphib, dem ältesten bekannten Saurier-Nachweis in Deutschland. Der Saurier von Chemnitz-Glösa war ein See-Bewohner, worauf die tiefe und relativ breite Sinneslinien-Furche hinweist. Das Museum für Naturkunde Chemnitz wird die neuen Erkenntnisse in das Konzept der zukünftigen Dauerausstellung einbauen.