Sensoren für eine smartere Stadt

Stadtlabor Chemnitz nimmt an einem Pilotprojekt für vernetzte Dienstleistungen teil

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27 Sensoren sammeln unter anderem an Chemnitzer Ampelkreuzungen für ein Jahr Daten der Verkehrsteilnehmer. Foto Andreas Seidel

Chemnitzer, die ihre Bluetooth-Funktion im Handy stets aktiviert haben, nehmen in den nächsten Monaten automatisch an einem Projekt für intelligent vernetzte Dienstleistungen teil. Grund: Chemnitz ist Stadtlabor des Forschungsprojekts "Smart Urban Services", das vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart geleitet wird. Für das Projekt werden in den kommenden Tagen an Ampelanlagen im gesamten Stadtgebiet insgesamt 27 Sensoren installiert sein.

Hier werden die Sensoren angebracht

Die Sensorinfrastruktur richtet den Fokus insbesondere auf die Innenstadt, den Brühl sowie den Campus der Universität und greift dabei auf elektronische Endgeräte, wie Smartphones der Verkehrsteilnehmer, zu. Alle vom Sensor erfassten Daten werden nach 24 Stunden gelöscht, versichert Hubert Güntner, Mitarbeiter der an der technischen Umsetzung des Projekts beteiligten Firma Swarco. Ein Rückschluss auf Personen, von denen die Daten stammen sei damit nicht möglich.

Und dazu sind die Messungen gut

Auf Grundlage der erhobenen Daten entsteht ein visuelles Analysewerkzeug, das Stadtplaner, Forscher und Verkehrsexperten für ihre Arbeit einsetzen können. Die Technik soll zum Beispiel dazu genutzt werden, um Ampelschaltungen später optimal auf Verkehrsströme anzupassen.

Über eine App sollen Chemnitzer ab Herbst auch Auskünfte über zurückgelegte Wege geben und den Mobilitätskomfort per Bahn, Bus oder Rad bewerten können. Gleichzeitig sollen Vorschläge zur Gestaltung des öffentlichen Raums geäußert werden. Das einjährige Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit drei Millionen Euro finanziert.