Sie haben die "Smarte Socke" entwickelt

Medizin Robuste Sensor-Elektronik misst Druckverteilung am Fuß

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Socken mit Funktion, Forschung von der TU Chemnitz (Markus Hill, blaues Hemd) und Herstellung Lindner Strumpfwaren Hohenstein-E. (Thomas Lindner, blauer Pullover). Foto: Wolfgang Schmidt

Das Fachpublikum auf der "Medica 2016", der internationalen Fachmesse für Medizintechnik und Elektromedizin, konnte sie schon begeistern: die smarte Socke. Nein, nicht aufgrund ihrer trendigen Farben oder ihres angesagten Schnittmusters. Hier zählt nicht das Äußere, sondern was drinsteckt. Und das ist Hightech der TU Chemnitz in Kooperation mit dem Textilhersteller Lindner aus Hohenstein-Ernstthal.

Das Unternehmen entwickelte ein Verfahren, durch das Sensor-Elektronik wie bei einen Sandwich zwischen zwei Textilschichten eingebettet liegt. Die Elektronik in der Socke misst die Druckverteilung und Beschleunigung am Fuß. "Dadurch können Rückschlüsse auf Parameter wie eine einseitige Belastung gezogen werden, die schmerzenden Füßen oft zugrunde liegt", erklärt Prof. Dr. Stephan Odenwald.

Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Markus Hill und Maja Neubert erstellte er nicht nur die Elektronik, sondern programmierte auch die zugehörige App: Diese verfügt über eine grafische Benutzeroberfläche, die aufbereitete Daten in Echtzeit auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets anzeigt. Nutzer sehen also genau, welcher Fuß-Bereich wie stark belastet wird. Kommt es dann zur Überanstrengung, schlage die App Alarm.

Zudem erfassen Sensoren Luftfeuchte und Temperatur. Das eröffnet Anwendungsfelder in der Schmerz- und Unfalltherapie, aber auch im Leistungs- und Freizeitsport. "Medizinische Anwendungen sind ebenfalls denkbar, zum Beispiel im Bereich der Rehabilitation und Diabetologie", so Odenwald.

Ein weiterer Vorteil der neuen Technik: Die Daten sind vergleichsweise genau und umfangreich, denn sie können über längere Zeit ununterbrochen und insbesondere in verschiedenen Alltags-Situationen aufgezeichnet werden. Ein Aufenthalt in einer medizinischen Einrichtung ist nicht nötig.