Sieben Jahrhunderte Altenhain

Historie Händler machten hier immer gerne Halt

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Altenhain war nicht nur landwirtschaftlich von Bedeutung. An einem Handelsweg gelegen, zog das Dorf auch Händler in seinen Bann. Foto: Bürgerverein

"Jeder Ort hat seine eigene, unverwechselbare Geschichte. Diese gilt es zu bewahren und mit in die Zukunft zu nehmen", schreibt Ortsvorsteher Bernd Gerlach im Vorwort der Festschrift zum 700-jährigen Jubiläum. Seit jeher ist diese Altenhainer Geschichte eng mit Kleinolbersdorf verbunden. 1974 vereinten sich die vormals eigenständigen Gemeinden, wurden 1997 schließlich zu einem Stadtteil von Chemnitz.

Bundesstraße - Schon um 1700

Die ersten Spuren hinterließ die Gemeinde allerdings schon Anfang des 13. Jahrhunderts. 1317 war sie ein Lehen der Herrschaft Waldenburg, das in den folgenden Jahrhunderten nicht nur landwirtschaftlich von großer Bedeutung war. Denn das Bauerndorf lag immer an einem Fernhandelsweg. Kein Wunder, dass die alte B174 bereits um 1700 gebaut wurde.

Anschließend errichtete der damalige Lehenrichter Georg Kreißig 1738 ein Schankhäuschen mit Stallungen und Ausspannmöglichkeit. Um den Namen "Gasthof Goldener Hahn" rankt sich die Legende, dass beim Einmarsch der Truppen Napoleons ein Hahn krähte und die Verteidigung weckte.

Es gibt einiges zu sehen

Nicht nur der Gasthof, sondern auch die sogenannte "Merkelfabrik" ist in Altenhain nach wie vor ein Blickfang. Die Fabrik war einst eine Spinnmühle, die von Fabrik- und Kirchenbaumeister Christian Friedrich Uhlig - dem wohl bekanntesten Altenhainer - erbaut wurde. Im Jahr 1880 ließ Friedrich Eduard Lohr die Spinnmühle zur Möbelfabrik umbauen. Die Firma fertigte Gestelle für Stühle, Sessel, Sofas und auch Tische. Schwiegersohn Ernst Merkel übernahm die Fabrik kurze Zeit später.

Bis zur Enteignung 1973 blieb sie im Besitz der Familie Merkel. Heutiger Eigentümer des Kulturdenkmals ist die imk automotive GmbH, die Ingenieur- und Beratungsdienstleistungen sowie industriespezifische IT-Lösungen realisiert.