Siemon: "Es muss sich dringend etwas ändern"

FUSSBALL Nach Auerbach-Absage Kurztrainingslager in Polen

Der Chemnitzer FC erlebt am kommenden Wochenende erneut ein punktspielfreies Wochenende. Bereits am gestrigen Dienstag wurde die Auswärtspartie des 22. Spieltags beim VfB Auerbach aufgrund Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt. Damit fällt - nach dem BFC Dynamo - auch das zweite Auswärtsspiel der Rest-Rückrunde für die Bergner-Schützlinge aus. "Es ist natürlich ärgerlich, dass die Partie abgesagt werden musste", erklärte CFC-Coach Bergner und ergänzte: "Gerade nach unserem guten Start wollten wir gerne den Schwung mitnehmen und unsere Ausgangssituation verteidigen."

Über den Nachholtermin soll schnellstmöglich entschieden werden. Wie CFC-Pressesprecher Steffen Wunderlich auf Nachfrage mitteilte, ist der Chemnitzer FC nun auf der Suche nach einem Testspiel, das - wie zuletzt gegen die zweite Mannschaft des Carl-Zeiss Jena - gern auf einem Rasenplatz stattfinden soll.

Investoren- und Sponsorensuche nimmt Fahrt auf

Die Bilanz auf dem grünen Rasen spricht für sich: 17 Siege aus 19 Partien holten die himmelblauen Akteure bis zur Winterpause - und aus dieser starteten sie mit einem 2:0-Heimerfolg gegen den FC Rot-Weiß Erfurt perfekt. Frahn schnürte innerhalb von fünf Minuten einen Doppelpack; beide Treffer wurden mustergültig von Garcia vorbereitet. Ebenso neben dem Platz scheint sich einiges zu bewegen: Das jüngste Sponsorentreffen soll mit einem positiven Ergebnis zu Ende gegangen sein. So sei das - sachsenweite - Investoren-Interesse noch einmal deutlich gestiegen. Damit können die nächsten Anteile veräußert werden. Durch den Verkauf von neun Prozent beträgt das momentane Kapital der CFC-GmbH 1,32 Millionen Euro. Die Lizenz für die 3. Liga, so bewertet es CFC-Marketingchef Falk Terjek, werden die Himmelblauen aufgrund ihrer wirtschaftlichen und sportlichen Entwicklung erhalten.

Revolution im deutschen Fußball?!

Insolvenzverwalter Klaus Siemon nahm das Duell der beiden insolventen Traditionsvereine CFC und RWE zum Anlass, um auf die Gründe wirtschaftlicher Schwierigkeiten, die vor allem bei Vereinen ab der 3. Liga immer häufiger zu beobachten sind, pointiert hinzuweisen. Siemon sieht explizit erhebliche Strukturprobleme als Hauptursache, die ein Marktversagen zur Folge haben. "In diesem Bereich muss sich dringend etwas ändern", mahnt der Insolvenzverwalter an und fordert, dass - mittels Solidarität der 1. und 2. Bundesliga und damit verbunden finanzieller DFL-Unterstützung - Bedingungen geschaffen werden, damit Vereine in den unteren Ligen, die das Rückgrat des deutschen Fußballs darstellen, wirtschaftlich vernünftig arbeiten können. "Wenn diese Vereine in der Breite sterben, stirbt die Nachwuchsausbildung und das Potential des deutschen Fußballs", gibt Klaus Siemon zu bedenken und appelliert an alle Verantwortlichen.

Update:

Der Chemnitzer FC reagiert auf die ausgefallene Regionalliga-Partie beim VfB Auerbach und bezieht ab Donnerstag, den 21. Februar, ein Kurztrainingslager im polnischen Posen. Den sportlichen Höhepunkt der dreitägigen Reise bildet ein öffentliches Testspiel gegen die 2. Mannschaft von Lech Posen, die mit Spielern aus dem Profi-Kader ergänzt wird. Anstoß der Partie ist am Freitag, 22. Februar, um 15 Uhr im RemeSPORT-Zentrum in Posen.