"Silbrig, glänzend, magisch": So soll der neue Chemnitzer Brunnen aussehen

Innenstadt Londoner Architekt siegt im Wettbewerb

Die modernde Interpretation eines klassischen Schalenbrunnens hat sich im Wettbewerb um den neuen Marktbrunnen der Chemnitzer Innenstadt durchgesetzt. "Manifold" heißt der Entwurf von Daniel Widrig, Künstler und Architekt aus London, der aus insgesamt 118 eingereichten Arbeiten ausgewählt wurde. "Es wird eine lebendige Begegnungsstätte, durch die man durchlaufen und fahren kann", sagte Formgestalter und Jurymitglied Karl Clauss Dietel zur Begründung der Entscheidung. Im Entwurf ist der Brunnen weiß - in der Umsetzung wird er als Edelstahlkonstrukt silbrig und damit glänzend erscheinen. "Das macht auch den Reiz aus", so Dietel weiter. Das Material Edelstahl sei zudem mit der Industriestadt Chemnitz seit langem verbunden.

2020 soll mit dem Bau begonnen werden

Der neue Chemnitzer Brunnen besitzt vier kreiselförmige Elemente, die in ihrer Symmetrie trotz abstrakter Form etwas Figürliches haben. Handelt es sich um eine Menschengruppe oder um Maschinenteile? Die Formen sollen im Dialog zueinander und mit den Bewohnern der Stadt stehen. Der Besucher kann sich selbst, andere Menschen und die Architektur des Platzes in den Spiegelungen der Wasseroberfläche wiederfinden. So kann der Brunnen mehr als nur ein Wasserspender oder eine Skulptur sein. Die höchste Stelle des Bauwerks misst 2,80 Meter. LED-Beleuchtung unterhalb der vier Elemente werde den Brunnen auch im Dunklen zu etwas Besonderem machen. Mit dem Bau soll 2020 begonnen werden.

 

Die Jury gab am heutigen Mittwoch zudem den Zweit- und Drittplatzierten des Marktbrunnen-Wettbewerbs bekannt. Auf Platz 2 kam der Rote Bogen von Mojca Kocbek Vimos. Der Entwurf sollte eine Verbindung zu historischen Gebäuden am Markt schaffen und an die Industriegeschichte von Chemnitz erinnern. Durch das geschwungene Stahlrohr hätten sich Vergangenheit und Zukunft der Stadt verknüpfen können. Als Drittplatzierter ging Dagmara Gendas Fontänenbrunnen hervor. Der Brunnen sollte Treffpunkt und Ort des Austausches sein. Am Ende sei er jedoch zu wenig dominant gewesen, begründete Baubürgermeister Michael Stötzer die Entscheidung für den dritten Platz.