Situation um Bahnbogen bleibt angespannt

Debatte Zukunft des Chemnitzer Eisenbahnviadukts ist weiter offen

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Der knapp drei Kilometer lange Chemnitzer Bahnbogen ist eine der letzten unsanierten Strecken auf der Sachsen-Franken-Magistrale. Foto: T.oni Söll

Drei Tage in dieser Woche wurde diskutiert, erörtert, wurden das Für und Wider vorgetragen: Bleibt das Chemnitzer Eisenbahnviadukt bestehen oder wird es doch abgerissen? Drei Tage lang haben Kommune, Verbände, Vereine und nicht zuletzt engagierte Bürger im Rahmen der Planfeststellung für das Projekt "Chemnitzer Bahnbogen" debattiert. "Es hat sich gezeigt, dass dieses historische Bauwerk eine große Bedeutung für eine Vielzahl von Chemnitzern hat", resümierte Verkehrsminister Martin Dulig. Die Chemnitzer können auch immer noch hoffen: Eine Entscheidung für oder gegen den Abriss des Viadukts steht weiter aus. Frühestens Mitte 2017 ist damit zu rechnen, wenn Stellungnahmen von Landesdirektion und Eisenbahnbundesamt vorliegen.

Was ist in den letzten Tagen passiert? Am Montag wurden mit den Fachbehörden der Stadt Chemnitz und des Freistaates Sachsen Fragen des Denkmalschutzes beraten. Am Dienstag ging es unter anderem um private Belange ohne Denkmalbezug, wie zum Beispiel Grundstücksnutzungen während der Baumaßnahmen. Des Weiteren wurden Stellungnahmen von Behörden und Institutionen behandelt. Dabei kam unter anderem die Notwendigkeit eines Verkehrskonzeptes für die Zeit der Bauarbeiten zur Sprache. Außerdem wurden Forderungen der Naturschutzverbände Bund und Grüne Liga sowie der unteren Naturschutzbehörde bei der Stadt Chemnitz besprochen. Am Mittwoch kamen ausschließlich private Einwendungen auf den Tisch.

Von den 550 Bürgern, die gegen die Planungen schriftliche Kritik erhoben hatten, nahmen rund 100 am Termin im Veranstaltungszentrum Luxor teil. Rund 50 Bürger ergriffen das Wort und trugen ihre Bedenken zum Abriss vor. Johannes Rödel vom Viadukt-Verein sagte zum Beispiel, dass das Chemnitzer Denkmal vielleicht sogar die einzige erhaltene Eisenbahnbrücke dieser Art sein könnte und setzte sie mit dem Blauen Wunder in Dresden in Vergleich. Er verwies auch auf den Identifikationscharakter für die Bürger.

Für die Deutsche Bahn AG steht weiterhin der rein wirtschaftliche Faktor im Vordergrund und der besagt: Ein Neubau ist in jedem Fall günstiger als eine Sanierung.

Grund für die ganze Debatte um Neubau oder Abriss ist der Fakt, dass der knapp drei Kilometer lange Chemnitzer Bahnbogen eine der letzten unsanierten Strecken auf der Sachsen-Franken-Magistrale ist. Die Bahn will auf diesem Abschnitt jedoch die Tragfähigkeit der Gleise erhöhen, unter anderem damit die Züge dort schneller rollen können.