So reagieren die Chemnitzer auf die Stadtfest-Absage

Stadtfest Geteiltes Echo auf den Beschluss für dieses Jahr

Für die einen schlug die Nachricht ein wie eine Bombe. Andere hatten bereits damit gerechnet. Das Chemnitzer Stadtfest wird es in diesem Jahr nicht geben. Entschieden wurde das vom Organisator, der CWE. Eine Umfrage unter Chemnitzern bringt nun ein geteiltes Echo auf die Absage.

"Eine so große Stadt wie Chemnitz ohne Stadtfest ist lächerlich. Auch derartige Volksfeste gehören zur Kultur. Ob die Absage im Zuge der Bewerbung zur Kulturhauptstadt sinnvoll war, da habe ich meine Zweifel", sagt Liane Liebig. Anders sieht das ein junger Mann, der mit seiner Tochter in der City unterwegs war. Er findet: "Das Stadtfest ist schon lange nicht mehr zeitgemäß. Mit bloßem Rummel lockt man viele nicht mehr an. Andere Formate, wie das Hut-Festival, sprechen mich eher an."

Mögliche Konflikte lassen das Jubiläum in Wasser fallen

Auch Politiker äußerten sich in diesen Tagen zur Entscheidung der CWE. "So ein Stadtfest bringt den Querschnitt der Bevölkerung zusammen und Konflikte lassen sich nicht übertünchen. Also lässt man das einfach weg, anstatt sich um die Ursachen zu kümmern: Fehlendes Gewaltmonopol, Kriminalität bei Flüchtlingen durch Arbeitsverbote, Wegschauen bei Extremismus-Tendenzen in der Stadtgesellschaft", so der Vosi/Piraten-Stadtrat Lars Faßmann.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Patt spricht von einer "Kapitulation der Stadtverwaltung." Er weist zudem darauf hin, dass es beim Fest nicht nur um Rummel und Handel ging. "Die Kulturvereine, die Sportvereine, das Handwerk - viele haben das Stadtfest mit ihren Angeboten bereichert", so Patt.

Hart getroffen hat die Absage vor allem den Schaustellerverband. Zwar könne er Gründe der CWE, wie fehlende Sponsoren, verstehen. Dennoch sei es traurig, dass gerade zum 25. Jubiläum das Aus des Traditionsfestes beschlossen wurde, so Klaus Illgen. Das Chemnitzer Stadtfest habe immer einen guten Ruf unter den Schaustellern gehabt.