Sommerbad vor dem Aus?

Erfenschlag Stadt verweigert Dialog mit Interessengemeinschaft

Die Zukunft des Sommerbades Erfenschlag steht weiter in den Sternen. Zur Renovierung erforderliche Mittel stehen im städtischen Etat nicht zur Verfügung, sagt die Stadtverwaltung und verweist zudem darauf, dass Chemnitz genügend Bademöglichkeiten hat.

"Man kann sich eine Statistik auch zurechtbiegen, wie man sie gerade braucht", meint dazu SPD-Stadträtin Jacqueline Drechsler. Den Stausee Oberrabenstein in die Berechnung zur verfügbaren Wasserfläche einzubeziehen, hält die Stadträtin für mindestens fragwürdig. Zumal öffentliche Verkehrsmittel dort selten hinfahren. "Sehr viel ärgerlicher ist freilich, dass es von Seiten der Stadt keinerlei Dialog mit der Interessengemeinschaft für den Erhalt des Sommerbades gibt", sagt Jacqueline Drechsler. Angebote des Bürgervereins beispielsweise, sich an den Kosten zur Instandsetzung zu beteiligen, liegen der Stadt zwar seit Mitte August vor, wurden aber bislang ebenso ignoriert wie der Vorschlag, das Bad per Nutzungsüberlassung oder Erbpachtvertrag in Eigenregie zu betreiben. Gerade für letzteres wäre allerdings ein tragfähiges Sanierungskonzept zwingende Voraussetzung. An einer Diskussion darüber haben die Verantwortlichen um Sozialbürgermeister Philipp Rochold offenbar kein Interesse. Stattdessen machen nun Gerüchte über die endgültige Schließung des Bades die Runde. Kurios daran: Zur Deckung der damit verbundenen Kosten, könnte die Stadt sogar Fördermittel erhalten. Eine Sanierung würde dagegen kaum bezuschusst, flossen doch schon Fördergelder für die Renovierung des nahe gelegenen Freibades in Einsiedel.