Sorgen-Vogel kommt ins Museum

Kunst Gunzenhauser präsentiert Anna Haifischs "The Artist"

Anna Haifisch: The Artist - Lucas Cranach Jr, 2017. Foto; Museum

Anna Haifischs "The Artist" ist schon weit rumgekommen. Runtergekommen, ja auch das. Die Gezeichnete Figur mit dem Schnabel ist ein fragiler, wirrhaariger, meist sorgenvoll schauender Repräsentant seiner Zunft. Im kunstvollen Programm des Reprodukt-Verlags zeigte er seine Fährnisse ebenso wie im Webportal des Szenemagazins "Vice".

Nun kommt "The Artist" in der gleichnamigen Ausstellung in das Chemnitzer Museum Gunzenhauser. Ganz passend als neuester Vertreter der Reihe Junge Zeitgenössische Kunst, denn Anna Haifischs Artist "erscheint als Alter Ego der Künstlerin und bedient zugleich - nicht ohne Ironie - das übliche Klischee vom Künstler als mittellosem Sonderling und Bohémien", heißt es aus dem Museum.

Künstlergespräch am Samstag

In den dort gezeigten Grafiken schickt die 1986 in Leipzig geborene und an der dortigen HGB studierte Künstlerin ihren Protagonisten durch minimalistische Szenerien voller Anspielungen auf Hochkultur, Popkultur (von Spitzweg bis Snoopy) und das tragische Leben eines Künstlers, oder vielleicht auch des Künstlers in uns allen. Eröffnet wird die Ausstellung am heutigen Samstag. Zu sehen ist sie bis zum 8. Oktober.

Am 21. September steht Anna Haifisch in einem Künstlergespräch um 18 Uhr im Museum Gunzenhauser Rede und Antwort.

Besucher, die nach der Schau oben genannter Ausstellung einen Abstecher zu ihrem Lieblings-Dix planen, sollten ihren Museumsgang im Übrigen in den September verlegen. Denn noch bis zum 31. August bleibt die dritte Etage des Hauses wegen eines Umbaus des Depots geschlossen. Der wurde notwendig, da aus dem Nachlass des 2015 verstorbenen Stifters Alfred Gunzenhauser weitere 450 Werke nach Chemnitz kamen.

Im nächsten Jahr sollen Teile dieser im Rahmen des Stadtjubiläums in einer Dix-Sonderausstellung mit insgesamt 400 Werken ab 11. März gezeigt werden.