South of Blue: "Wir wollen alle ansprechen"

Musiker-Serie Chemnitzer haben die Zielgruppe "alle"

Foto: South of Blue

"Dadurch, dass wir sehr unterschiedliche musikalische Geschmäcker haben und jedes Mitglied diese auch in das eigene Spiel überträgt, lässt sich kein klares Genre festlegen", antwortet Bassist Paul Runkel auf die Frage, wo sich South of Blue selbst musikalisch verorten würde.

Von Latin und Flamenco über Singer-Songwriter zu Progressiv Rock bishin zu Death Metal - die Geschmäcker der vier Chemnitzer sind so verschieden, dass das, was sie zusammen auf die Bühne bringen, nur in die Allzweckschublade "Alternative Rock" passen kann.

Das ist dabei keineswegs eine Abwertung, denn wo erfrischend unaufgeregter, bodenständiger Rock die Basis bildet, kann die Band mit Blues-Elementen eigene Akzente setzen und einen Sound aufbauen, der hervorsticht.

Seit 2016 gemeinsam auf der Bühne

South of Blue gibt es nunmehr seit Anfang 2016. Im November diesen Jahres veröffentlichte die Band um Sänger und Gitarrist Mert Güney mit "Rote Learning" bereits ihr zweites Album. Zur Band gehören weiterhin Gitarrist Emre Çankaya und Schlagzeuger Christian Beck.

"Emre und Mert haben sich in Chemnitz kennengelernt und zusammen musiziert. Ich habe die beiden in der Studentenwohnung eines gemeinsamen Freundes getroffen, und Christian kam nach einer Jam-Session im Aaltra dazu", erzählt Paul über ihre Kennenlernphase.

Musikalisch sind alle vier keine Neulinge: Mert und Emre machen nebenbei zusammen türkische Musik, Christian spielt außerdem in den Bands "Entropy Now!" und "Ridgewalk" und Paul hat noch das Solo-Projekt "Eine Stille Stimme".

2018 ist einiges geplant

Das fordert natürlich seinen Tribut. "Die letzten Monate waren sehr anstrengend. Wir haben durch unser neues Album, Radioauftritte und einige Konzerte in Chemnitz, Dresden und Prag an Popularität gewonnen, sind aber auch als Band gewachsen. Im Frühjahr 2018 geht es dann wieder los. Wir werden einigen Liedern Musikvideos verpassen, auf diversen Festivals spielen und ein paar Konzerte in und - wenn alles gut geht - um Deutschland geben", so Paul über die aktuellen Pläne der Band.

Und das ist auch zwingend nötig, um den ein oder anderen Zufall aus der Vergangenheit nicht zu wiederholen. "Typisch ist für uns, dass während der Auftritte gerne mal die ein oder andere Saite reißt, Kabel zu Bruch gehen oder Gitarren umfallen. Mit einer größeren Bühne wäre das wahrscheinlich nicht so oft passiert", meint Paul augenzwinkernd, und verrät dann: "Wird außerdem nach dem Auftritt laut genug Kenkerit! gerufen, gibt es unser obszönstes und punkigstes Lied als Zugabe."

Musik für alle

Eine konkrete Zielgruppe adressieren South of Blue mit ihrer Musik nicht. "Wir wollen alle ansprechen, die sich für handgemachte Rockmusik interessieren und diese in den musikalischen Trends der letzten Jahre vermissen", so Paul weiter. Gemessen an dem insgesamt sehr harmonischen, weitestgehend zurückhaltenden Sound, der auf subtile Weise sehr viel Charme versprüht, dürften sich davon sehr viele Menschen angesprochen fühlen.

"Jeder von uns steckt viel Zeit und Herzblut in die Band. Wir wünschen uns, dass wir in der Zukunft noch mehr Menschen begeistern und zum Tanzen anstecken können", sagt Paul zum Schluss. Und in diesem Sinne: Kenkerit!