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Spurensuche mit Vierfüßern

Figurentheater Premiere am Samstag mit einer Kriminalgeschichte Noir

Wer beim Figurentheater ans Kasperle denkt, darf sich im Chemnitzer Schauspielhaus hin und wieder eines Besseren belehren lassen. Mit "Schnüffler, Sex und schöne Frauen" feiert am Samstag um 20 Uhr ein Stück Premiere, das sich in keine Puppenkiste stecken lässt. Die Noir-Geschichte in der Inszenierung von Spartenchef Manfred Blank richtet sich explizit an ein älteres Publikum ab 16 Jahren - eben weil die Detektiv-Komödie stellenweise auch explizit wird. Sie erzählt einen Fall des Privatermittlers Phil Dick, der - angelehnt an den Genre-Klassiker "Die Spur des Falken" mit Humphrey Bogart - in die Suche nach einem mysteriösen schwarzen Buch verwickelt wird. Obwohl er doch eigentlich nur Shirley, einer Dame in Not, beistehen wollte. Doch einige zwielichtige Gestalten sind ebenfalls hinter dem seit gut 500 Jahren verschollenen Buch her und schon bald blitzen Revolver und gerissene Strumpfhosen auf. Die Geschichte nimmt eine Fahrt mit überraschenden Wendungen auf. Das alles beschreibt Autor Tony Dunham mit einer guten Prise Überspitzung. "Aber hinter der Coolness entspinnen sich auch beinahe rührende Momente", erklärt Regisseur Blank. Als Ausstatter und Puppenbauer holte Blank sich den Berliner Atif Hussein. Mit ihm, erklärt er, habe er schon lange einmal zusammenarbeiten wollen, nun habe er sich diesen Wunsch erfüllt. Hussein entwarf für das Chemnitzer Stück realitätsnahe Puppen, sogenannte Vierfüßer, die so heißen, weil es in der Regel zwei Spieler braucht, um eine davon zu führen. Mit ihrem Blick überzeugen Husseins Puppen aber sogar unbewegt durch beinahe unheimliche Mimik. Dafür, dass auch die rasanteren Szenen in Phil Dicks Spurensuche gelingen, sorgen am Abend Christopher Schleiff, Gerlinde Tschersich und als Gastspieler Jonathan Strotbek. mch/vtz