Stadt plant Streichkonzert

Finanzen Ausschuss entscheidet über Kürzungen im Jugendhilfebereich

Die Stadt setzt wieder einmal den Rotstift an. Am Dienstag soll der Jugendhilfeausschuss beschließen, wie viel Geld den Trägern der freien Jugendhilfe in Chemnitz im kommendem Jahr zur Verfügung steht. Und die Zahlen in dem Papier verheißen nichts Gutes. So stehen dem beantragten Volumen von rund 7,3 Millionen Euro Mittel in Höhe von lediglich 6,5 Millionen Euro gegenüber. Laut Jugendamt sei die Lücke von etwa 800.000 Euro auch eine Folge stetig sinkender Zuschüsse seitens des Freistaates, die wiederum auf die abnehmende Zahl von Kindern und Jugendlichen in Chemnitz zurückzuführen seien.

Die Folge des Defizits: geplante Kürzungen bei einer Vielzahl von Einrichtungen und Initiativen. Manche Angebote, unter anderem aus dem medienpädagogischen Bereich, sollen ganz wegfallen, die Kinder- und Jugendklubs in Glösa (siehe Seite 3) und Einsiedel dauerhaft schließen. Dass die Vorlage indes im Ausschuss einfach durchgewunken wird, ist nicht zu erwarten. "Ich sehe die Vorlage sehr kritisch", sagt Ausschuss-Mitglied Sabine Pester (Linke). Ihre CDU-Kollegin Solveig Kempe sieht das ebenso. "Gerade bei den Jugendklubs, die sich beide in Randgebieten befinden, wird es sicher noch Änderungsanträge geben. Denn für die Besucher fehlen dort jegliche Alternativen", so die sechsfache Mutter. Gordon Tillmann (FDP), der selbst in Glösa wohnt, bezeichnet die Vorlage gar als "indiskutabel" Doch wie kann eine Lösung aussehen? Laut Maik Otto von der SPD seien Umschichtungen am Dienstag zunächst nur innerhalb des Jugendhilfe-Budgets möglich. "Geld aus einem anderen Bereich des Haushalts zu nehmen, das geht nur im Rahmen der Haushaltsdebatte im Stadtrat", so Otto, der sich dennoch optimistisch zeigt, "noch etwas bewirken" zu können.