Stadtrat verabschiedet Klimaschutzkonzept

Umwelt CO2-Ausstoß soll auf 2,5 Tonnen pro Einwohner sinken - Kritik an Verwaltung

Vor sage und schreibe fünf Jahren hatten die Stadträte die Rathausspitze mit der Erstellung eines Programms für einen besseren Klimaschutz beauftragt. Nun liegt das Konzept, das den Titel "Integriertes Klimaschutzprogramm" trägt, endlich vor. Der Stadtrat verabschiedete das 187 Seiten dicke Papier am Mittwoch. Das oberste Ziel ist dabei die Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes von aktuell 7,8 auf 2,5 Tonnen pro Einwohner in den nächsten Jahren. Um das zu erreichen, will die Stadt unter anderem den Ausbau regenerativer Energien, speziell der Windkraft, vorantreiben, die Zahl der Baumpflanzungen auf 500 Exemplare pro Jahr erhöhen, das Radwegenetz ausbauen und bei der Straßenbeleuchtung sparen. Budgets für die Umsetzung werden in der Vorlage allerdings nicht genannt - sie hängen von der jeweiligen Haushaltslage ab. Bei der Diskussion im Stadtrat ging es indes durchaus hitzig zu. FDP-Mann Dieter Füsslein lobte das Konzept als "keinen Papiertiger". Er empfahl, die Vorlage auf Englisch übersetzt gleich an sämtliche Chemnitzer Partnerstädte zu übermitteln, was Wolfgang Kraneis von der SPD zu einem zornigen "Ich fasse es nicht" verleitete. Der 63-Jährige entpuppte sich als schärfster Kritiker des Konzepts. "Es ist zu wenig ambitioniert und voller Euphemismen. Eine aktuelle CO2-Bilanzierung fehlt ebenso wie ein Abfolgekatalog von Einzelschritten", schimpfte er. Für Unmut sorgte darüber hinaus eine unmittelbar vor der Sitzung herumgereichte Änderung der Stadtverwaltung, nach der an "konventionellen Energien als Brückentechnologie" festgehalten werden soll. "Davon war im Vorfeld keine Rede. So eine gravierende Änderung einfach nachzuschieben ist eine Frechheit", so Grünen-Rat Martin Schmidt. Am Ende zog, auf Appell von Dieter Füsslein, die Verwaltung ihren Antrag zurück.