Stadtverwaltung - Mitarbeiter können aktiv werden

Vorschlagswesen elektronische Dienstausweise sind nur ein Beispiel für die Beteiligung der Chemnitzer

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Foto: Linda Laub

Die Cleverness der eigenen Mitarbeiter besser nutzen: Das ist das Ziel vieler Unternehmen, wenn sie ihre Belegschaft zu Ideen nach Sparmöglichkeiten, Prozessoptimierungen oder neuen Produkten befragen. "Betriebliches Vorschlagswesen" oder "Ideenmanagement" heißt das dann - die dadurch erzielten Effekte gehen in die Milliarden.

Auch die Stadtverwaltung Chemnitz hat ein solches "Vorschlagswesen", angesiedelt im Dezernat 1, Hauptamt. "Innerhalb der Stadtverwaltung ist es per Dienstanweisung klar geregelt, dass jeder Mitarbeiter das Recht hat, Verbesserungsvorschläge einzubringen", heißt es aus der Pressestelle des Rathauses. Die Vorschläge würden von einer Kommission bewertet, die entsprechenden Mitarbeiter mit Prämien bis zu 1.000 Euro belohnt.

Vorschläge werden auch umgesetzt

Auf diese Weise wurde in den vergangenen Jahren beispielsweise die Idee geboren, Dienstausweise statt in Papierform als Plastikkarten im Scheckkartenformat auszureichen oder durch vermehrte Verwendung von Einwurf-Einschreiben Portokosten zu sparen. Auch die Archivierung von Unterlagen im Sozialamt ist nach Auskunft der Pressestelle in den vergangenen Jahren automatisiert und vereinfacht worden - auf Mitarbeitervorschlag.

Mitarbeiter-Beteiligung insgesamt aber eher gering

Insgesamt hält sich die Zahl der offiziell eingereichten Verbesserungsvorschläge aber in Grenzen. "In den vergangenen zehn Jahren wurden durchschnittlich 28 Vorschläge pro Jahr eingereicht", teilt die Pressestelle mit: "Vorschläge kommen aus nahezu allen Fachbereichen". Im Jahr 2016 waren es 19 eingereichte Ideen.

Angesichts einer Zahl von aktuell annähernd 4.000 Angestellten ist diese Zahl eher gering: In einer deutschlandweiten Studie mit Mitarbeitern von Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen hatte sich 2005 ein Beteiligungsgrad am Vorschlagswesen von 63 Prozent ergeben - die Stadtverwaltung kam zuletzt auf 0,5 bis 1 Prozent.