Handwerk hat goldenen Boden - dieser Spruch ist alt, aber nach wie vor zutreffend. Heute bietet ein Job im Handwerk zudem eine große Sicherheit durch den Fachkräftemangel. Nicht zuletzt punkten handwerkliche Tätigkeiten mit handfesten Resultaten: Am Ende des Tages sieht man genau, was man geleistet hat.
Stärkung des Bildungs- und Karrieresystems
Dass das Bildungs- und Karrieresystem des Handwerks weiter ausgebaut werden muss, dafür setzt sich die Handwerkskammer Chemnitz ein. Sie hat jetzt eine Resolution verabschiedet, die die Stärkung des handwerklichen Bildungs- und Karrieresystems fordert. „Dass die Karrieremöglichkeiten im Handwerk hervorragend sind, steht außer Frage.
Außerdem bietet das Handwerk krisenfeste Jobperspektiven. Umso wichtiger ist es, dass für die allein schon aufgrund des demografischen Wandels dringend benötigen Fach- und Arbeitskräfte ein attraktives handwerkliches Bildungssystem zur Verfügung steht, das für den Interessierten eine Chance bietet und sich vor allem nicht hinter einer akademischen Ausbildung verstecken muss“, so Handwerkskammer-Präsident Frank Wagner.
Zertifizierungssysteme können nicht ersetzt werden
Das Handwerk im Kammerbezirk Chemnitz lehnt eine Modularisierung der Berufsausbildung als Alternative zu den bestehenden Bildungsstrukturen und -systemen ab.
Der ganzheitliche Ansatz bei der Vermittlung der Fachkenntnisse, die sowohl in den Betrieben als auch in den beruflichen Schulzentren und den überbetrieblichen Ausbildungsstätten des Handwerks stattfindet, müsse beibehalten werden. „Das etablierte Prüfungssystem des Handwerks kann nicht durch anderweitige Zertifizierungssysteme ersetzt werden“, heißt es in der Resolution.
Für Personen unter 25 Jahren
Für Personen unter 25 Jahren könne der Weg ins Handwerk nur über die duale Berufsausbildung erfolgen. Nur Personen, die älter als 25 Jahre und längere Zeit arbeitslos sind, keinen qualifizierten Berufsabschluss besitzen und denen bisher kein Beschäftigungs-, Umschulungs- oder Ausbildungsangebot unterbreitet werden konnte, sollen die Möglichkeit zur Teilnahme an teilqualifizierenden Maßnahmen haben.
Überzeugung für eine Karriere im Handwerk
Um Schulabgänger frühzeitig von einer Karriere im Handwerk zu überzeugen, müsse die Berufsorientierung flächendeckend mit verpflichtenden handwerklichen Bestandteilen über alle Schultypen hinweg zum Standard werden.
Gleichzeitig sei die Attraktivität außerschulischer Formate der Berufsorientierung zu steigern, beispielsweise durch die Einführung einer Prämie für Ferienpraktika im Handwerk in Sachsen – orientiert an vergleichbaren und vor allem etablierten sowie erfolgreichen Angeboten anderer Bundesländer. „Der Meistertitel im Handwerk ist ohne Frage gleichwertig mit einem akademischen Abschluss an einer Hochschule. Diese Gleichwertigkeit muss endlich durch eine Aufwertung des Deutschen Qualifikationsrahmens gesetzlich verankert werden“, heißt es abschließend in der Resolution.
Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.




