Stefan Heym kehrt zurück nach Chemnitz

Festival "Aufstand der Geschichten" will Geschichte neu erzählen

"Er ist wieder da", hieß es am Samstag im Figurentheater. Da gab es eine erste Einstimmung aufs Festival "Aufstand der Geschichten": Mit dem Stück "Wenn mich einer fragte?" am Figurentheater wurde eine Befragung des Chemnitzer Ehrenbürgers Stefan Heym zu seinem Leben in Szene gesetzt - nicht nur die beeindruckenden Stefan-Heym-Puppen konnten dabei überzeugen, sondern auch die Ansätze des Stückemachers Christoph Werner, das von Heyms Verfolgung in Chemnitz, dessen Flucht aus Deutschland und der Arbeit für die amerikanische Armee beim Sieg gegen den Nationalsozialismus in Beziehung zur heutigen Zeit zu setzen. Wie eine zweite Stückentwicklung am Figurentheater - das Generationenprojekt zur Nachwendezeit "Der Aufstand der Dinge" - sollen hier Geschichten wieder in Erinnerung gerufen und vielleicht auch neu erzählt werden.

Künstler lässt Geschehnisse Revue passieren

Dies ist auch die Idee des gesamten Festivals, das offiziell vom 3. bis zum 10. November andauern wird. Neben den Theaterstücken gibt es dann unter anderem auch mehrere Projekte im Archäologiemuseum smac, darunter eine Intervention des ungarischen Künstlers Szablocs KissPal. Zwei Monate verwendete er darauf, die Chemnitzer Ereignisse von Ende August/Anfang September zu verarbeiten für "eine Archäologie des Heute", wie er selbst berichtete. So will er untersuchen, wie Subkulturen agieren, um zum Mainstream zu werden. Auch eine europaweite Aktion findet Eingang ins Festival: Am 9. November soll am Marx-Monument die "europäische Republik" ausgerufen werden: "Wir wollen eine Vision schaffen", so Festivalleiter Franz Knoppe.

Auch mehrere temporäre Geschäfte soll es im Rahmen des Festivals geben: So werden als Kunstprojekte ein Spiele-Labor, eine Schreibwerkstatt oder ein Beauty-Salon eingerichtet - diese finden sich dann auf dem Sonnenberg. Das ganze Programm findet sich unter www.aufstand-der-geschichten.de