Steuerfahndung: 2017 fast 68 Millionen Euro aufgespürt

Finanzen Rund 100 sächsische Steuerfahnder waren im Einsatz

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Foto: Getty Images/iStockphoto/Stefan Ataman

"Wer ehrlich seine Steuern zahlt, den wollen wir von Bürokratie entlasten. Wer aber unehrlich ist, der muss konsequent bestraft werden. Hier muss der Staat Stärke zeigen", sagte kürzlich Matthias Haß. Der Finanzminister stellte im Finanzamt Leipzig die Arbeit der rund 100 sächsischen Steuerfahnder und deren Arbeitsergebnisse für das Jahr 2017 vor. Dabei hatte er allen Grund zur Freude, denn unterm Strich brachte die Arbeit der Steuerfahnder dem Fiskus ein steuerliches Mehrergebnis von knapp 68 Millionen Euro ein.

"Die sächsische Steuerfahndung als Kriminalpolizei in Steuersachen erfüllt in unserem Staat wichtige Aufgaben. Es darf nicht sein, dass Einzelne selbstgerecht entscheiden, welche Gesetze für sie gelten. Ohne Steuereinnahmen kann ein Staat nicht funktionieren. Für die konsequente Bekämpfung der Steuer- und Wirtschaftskriminalität und die Sicherung der Steuergerechtigkeit sind die sächsischen Steuerfahndungsstellen wirksame Einrichtungen", betonte der Finanzminister.

Über die Hälfte entfällt auf die Umsatzsteuer

Gerade Wirtschaftsbereiche mit Bargeldstrukturen seien besonders anfällig für Steuerhinterziehung. Doch auch mit der Digitalisierung der Wirtschaft und Gesellschaft hätten sich die Begehungsformen von Steuerhinterziehung geändert - unter anderem in den Bereichen des Internethandels sowie des grenzüberschreitenden Steuerbetruges. Mehr als die Hälfte des im Jahr 2017 aufgedeckten Steuerschadens (rund 38 Millionen Euro) entfällt übrigens auf die Umsatzsteuer.

Der zweitgrößte Anteil mit etwa 12,6 Millionen Euro ist der Einkommensteuer zuzurechnen. Die festgestellten Mehrergebnisse im Bereich der Körperschaftsteuer betragen etwa 1,2 Millionen Euro, hinsichtlich der Gewerbesteuer 3,6 Millionen Euro und in Bezug auf die Lohnsteuer rund 2,7 Millionen Euro. Die meisten Steuermehrergebnisse konnten im Raum Leipzig aufgespürt werden.