"Stich ins Herz" für bessere Bahnanbindung: Steht der Ausbau der Strecke Chemnitz-Leipzig auf der Kippe?

Konkreter Plan statt ständige Lippenbekenntnisse gefordert.

Chemnitz

Kürzlich wurde durch eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Matthias Gastel bekannt, dass die Mitte-Deutschland-Verbindung nicht wie geplant ausgebaut werden soll. Aufgrund von fehlenden Geldern gab es eine Umpriorisierung zum Nachteil einer ordentlichen Verbindung zwischen Ost- und Westdeutschland.

"Diese Ankündigung ist ein Stich ins Herz für die bessere Anbindung der Stadt Chemnitz an den deutschen Fernverkehr. Der Plan, Chemnitz über die Mitte-Deutschland-Verbindung an das deutsche Fernbahnnetz anzubinden, ist ohne einen Ausbau dieser Verbindung nicht realisierbar", sagt Joseph Israel, mobilitätspolitischer Sprecher der Bündnisgrünen Ratsfraktion im Chemnitzer Stadtrat.

Bahngipfel ohne Ergebnis

Zudem fand vor einigen Tagen der 3. Bahngipfel zum Ausbau der Strecke Chemnitz-Leipzig statt, welcher ebenfalls ohne klare Erkenntnisse blieb. Die Deutsche Bahn nennt mittlerweile nicht mal mehr einen geplanten Baubeginn, sondern verweist auf fehlende Gelder und neue Planungen, die notwendig seien. Eine Umsetzung dieses wichtigen Projektes ist aktuell ungewiss.

 

Deutliche Kritik an Deutscher Bahn und Geldgebern

"Es ist unverständlich und unerklärlich, dass die Deutsche Bahn und die Finanzierungsgeber dieses Projektes über mehrere Jahre hinweg anscheinend nicht in der Lage oder nicht daran interessiert sind, diese bedeutend wichtige Strecke, die große Regionen des Freistaates Sachsen verbindet, auszubauen", so Israel weiter. Es brauche endlich einen Plan für die Umsetzung statt weiterer Lippenbekenntnisse, wie wichtig diese Strecke sei. Gerade vor dem Hintergrund der geplanten Kapazitätsreduzierung der kommenden Akku-Triebzüge sei ein 30-Minuten-Takt so schnell wie möglich notwendig", sagt er.

 

Sorge um die Zukunft der Region

Mit der Unklarheit der Mitte-Deutschland-Verbindung und dem fehlenden Umsetzungsplan für die Strecke Chemnitz-Leipzig zeige sich, dass zwei wichtige Infrastrukturprojekte, die für eine bessere Anbindung der Stadt Chemnitz und der Region Südwestsachsen notwendig sind, auf der Kippe stehen. Joseph Israel gibt zu bedenken: "Die Menschen in dieser Region warten seit so vielen Jahren auf eine angemessene Verkehrsanbindung. Die Unternehmen der Region brauchen diese bessere Anbindung, um in der Region zu wachsen. Es ist grob fahrlässig, ein weiteres Abhängen der Stadt Chemnitz und der Region zu riskieren."

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