Stoff statt Stahl: Chemnitzer Firma gewinnt Sächsischen Designpreis

Textile Fahrradspeichen von PiRope kommen gut an

Chemnitz

In dieser Woche wurden in Leipzig die elf Preisträger des Sächsischen Staatspreises für Design 2025 ausgezeichnet. Darunter: das Chemnitzer Unternehmen PiRope. Seit 2018 werden in einer historischen Strickfabrik an der Berbisdorfer Straße Fahrradspeichen von PiRope aus textilem Material für den ambitionierten Fahrradeinsatz gefertigt.

Hochfeste Faserstoffen

Ingo Berbig, Kopf des Unternehmens, hat an der TU Chemnitz Maschinenbau studiert, speziell Textilmaschinenbau, und war am Ende auch beim Sächsischen Textilforschungsinstitut, kurz STFI, tätig. Als Teil einer Forschungsgruppe beschäftigte er sich mit textilen Maschinenelementen, konkret hochfesten Faserstoffen.

„In einem Fahrrad steckt doch auch Potenzial für Textiles“

Irgendwann fragte der Professor, ob die Mitglieder der Forschungsgruppe nicht mal etwas entwickeln wollen, das sie selbst spannend finden. „Da kam mir die Idee: in einem Fahrrad steckt doch auch Potenzial für Textiles“, erzählt Ingo Berbig. Ganz speziell widmete er sich der Speiche.

Elfköpfiges Team

Unter dem Namen PiRope, das für die Kreiszahl Pi und das englische Wort rope für Seil steht, stellen Berbig und sein Team, das mittlerweile aus elf Mitarbeitern besteht, ihre Textilspeichen her und bauen sie in das Rad ein. Das Produkt hat sich der Chemnitzer patentieren lassen.

Einzigartig in Europa

In Europa sind Berbig und seine Mitarbeiter der einzige Hersteller textiler Speichen, nur in den USA gibt es noch jemanden, der dieselbe Idee hatte. Und auch, wenn mittlerweile zwischen 40 und 60 Laufradsätze pro Monat die Manufaktur in Einsiedel verlassen, will Ingo Berbig immer nach dem Grundsatz „Klasse statt Masse“ arbeiten. „Es geht darum, das Fahrrad zu erleben“, sagt der 45-Jährige. Der Sächsische Staatspreis für Design bringt PiRope nun eine Skulptur aus Meißner Porzellan sowie 5000 Euro Preisgeld.

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