Stolz und wehrhaft - die Sikhs

Reihe Religionen in Chemnitz - heute: Sikh

Eine der jüngsten Religionen ist die der nordindischen Sikh. Im 15. Jahrhundert von Wanderprediger Guru Nanak gegründet, sahen sich die Sikhs oft Anfeindungen anderer Religionsrichtungen gegenüber. Das machte sie zu einer kleinen, aber wehrhaften Gruppe. Glaubt man den Geschichten, kämpften oft ein paar wenige Sikhs erfolgreich gegen eine große Übermacht an Feinden. Sich stets verteidigen zu können ist eines ihrer Prinzipien. "Eine Mutter sollte stets ihr Kind beschützen können", erklärt Sukhdev Singh, ein in Chemnitz lebender Sikh. Das ist ein Grund, warum echte Sikhs immer ein Schwert bei sich tragen. Das von Sukhdev gleicht einem größeren Messer, ist unter der Kleidung versteckt und hat heutzutage eher symbolischen Charakter. Ein weiteres Erkennungszeichen aller Sikh ist der Turban, welcher das Haupthaar zusammenhält, das, wie die übrige Körperbehaarung auch, ein Leben lang nicht beschnitten werden darf. Ein jeder Sikh muss einen Eid schwören, sich an gewisse Regeln zu halten, ansonsten gibt es keinerlei Rituale oder Förmlichkeiten. Wichtigstes Utensil der Ein-Gott-Religion ist das 1430 Seiten starke heilige Buch, an dessen Fertigstellung zehn Generationen beteiligt waren. Es liegt im Chemnitzer Tempel nachts auf einem Bett in einem extra Zimmer und wird wie ein König behandelt. Das Lesen des Buches stellt für die Sikh ein Gebet dar und "hilft, ein besserer Mensch zu werden", wie Sukhdev erklärt. Dafür ist es wichtig, immer höflich gegenüber allen Menschen zu sein und keine Unterschiede zwischen ihnen zu machen. Die Sikhs lehnen daher auch das strenge Kastensystem in Indien ab. Außerdem ist harte Arbeit, auch ehrenamtlich für die Gesellschaft, essentieller Teil der Religion, wie auch, etwas von seinem Vermögen für Arme zu spenden.