Streifzüge durch die alte Stadt

Buch Erinnerungen von Rolf Schumann in "Meine Kindheit in Chemnitz"

In unserer schnelllebigen Zeit fragen sich viele junge Menschen immer mal wieder: "Wie lassen sich die Erinnerungen meines Opas am besten für die Nachwelt bewahren?" Jenny Heinicke fand für sich und ihre Familie eine gute Antwort: in einem Buch. Für die Grafikerin und Künstlerin war das Buch, das ihr Opa Rolf Schmann zu seinem 78. Geburtstag erhielt, eine echte Herzensangelegenheit. Insgesamt zehn Exemplare hatte sie zunächst in Handarbeit herstellen lassen.

Ein Exemplar erhielt auch Christian Wobst, der Verleger der edition claus aus Limbach-Oberfrohna. Er war sofort beeindruckt von der geradlinigen grafischen Gestaltung, der hochwertigen Ausstattung und den eindringlichen Schilderungen aus dem Leben Rolf Schumanns. Schnell stand für die beiden, die ihre Jugend genau so wie Rolf Schumann selbst im Chemnitzer Stadtteil Hilbersdorf verbrachten, fest: Wir bringen die Erinnerungen von Jennys Großvater unter dem Titel "Meine Kindheit in Chemnitz" als Buch heraus. Die Anschubfinanzierung des Buches realisierte der Verlag über ein Crowdfundingprojekt.

Erzählungen über das Hallenbad und den Jahrmarkt

Das gut 220 Seiten starke Buch gibt einen Überblick über Erlebnisse einer Kindheit in Chemnitz, die heute meilenweit entfernt sind. Berichtet wird zum Beispiel von der Eröffnung des Hallenbades in den 1930er Jahren, das damals als "schönstes Hallenbad Europas" betitelt wurde, vom bunten Jahrmarkt im Küchwald in den 1940ern, aber auch vom Bombenangriff auf Chemnitz am 5. März 1945. "Meine Kindheit in Chemnitz" ist zusätzlich zu sehr persönlichen Texten auch reich bebildert: Familienfotos reihen sich da beispielsweise an Aufnahmen vom alten Hilbersdorf, von der der heutigen Bahnhofsstraße oder von der Trümmerbeseitigung nach dem Krieg.