Stress, Druck und Gefahren durchs Online-Sein

universität Erste Studie über bewussten Internetverzicht bei Jugendlichen

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Foto: hamonazaryan1/pixabay

Es ist Segen und Fluch zugleich und nicht mehr wegzudenken - das Internet. Gerade Jugendliche und junge Erwachsene können schwer oder gar nicht mehr darauf verzichten. Dabei gibt es zunehmend Gründe, auch bei dieser jungen Generation, die für ein Weglassen beziehungsweise Nichtnutzen des Internets sprechen. Welche Gründe das sind und welche Strategien es im Umgang mit Internet und Neuen Medien gibt, untersuchte jetzt erstmals Junior-Professor Christian Papsdorf von der Juniorprofessur Techniksoziologie mit dem Schwerpunkt Internet und Neue Medien an der TU Chemnitz. "Durch unsere Studie liegen erstmals empirisch fundierte Hinweise auf sogenannte De-Mediatisierungen in Form einer freiwilligen und partiellen Nichtnutzung des Internets vor", fasst Papsdorf ein zentrales Ergebnis der Studie zusammen.

Warum sie nicht online sind

Befragt wurden für die Untersuchung 30 Personen im Alter zwischen 14 und 25 Jahren. Sie gaben acht wesentliche Gründe an, warum sie sich bewusst gegen digitale Medien entscheiden würden: Wegen Störungen im Alltag, zum Beispiel in Arbeit- oder Konzentrationssituationen, wegen des Drucks der ständigen Erreichbarkeit, des Verlusts der Privatsphäre, wegen technischer Probleme, wenn Geräte im weitesten Sinne nicht wie erwartet funktionieren, wegen der Gefahr einer Internet-Abhängigkeit, gesundheitlicher Beeinträchtigungen und ethischer Bedenken. "Der Punkt ethische Bedenken ist noch verhältnismäßig neu und beschreibt das zunehmende politische Bewusstsein gerade junger Menschen, die als Nutzerinnen und Nutzer bestimmte Unternehmen aufgrund von deren Unternehmenspraktiken unterstützen wollen oder eben nicht", erklärt Papsdorf.

Ein aktuelles Beispiel ist dabei sicher das Unternehmen Facebook und deren gleichnamiges soziales Netzwerk, das in der Vergangenheit immer wieder durch Defizite in Sachen Datenschutz aufgefallen ist. Für viele der Befragten sei die einfachste Lösung eine bewusste und freiwillige Nichtnutzung des Internets und damit ein Wechsel zu Offline-Medien wie dem persönlichen Gespräch. Allerdings: "Es wurde in der Untersuchung auch deutlich, dass die Befragten keine Alternative zur Internetnutzung sehen und diese auch nicht grundlegend infrage stellen", so Papsdorf.