Strom aus Biomüll

Energie ASR plant Bau einer Vergärungsanlage - Stadträte müssen zustimmen

Biologisch abbaubare Abfälle sollen in Zukunft nicht mehr wie bislang lediglich kompostiert, sondern zur Erzeugung von Wärme und Strom genutzt werden. Das sehen Pläne der Stadt sowie des kommunalen Abfallentsorgers ASR vor, über die der Stadtrat am kommenden Mittwoch einen Grundsatzbeschluss fällen soll. "Wir sammeln im Laufe eines Jahres in Chemnitz etwa 30.000 Tonnen Bioabfälle ein. Davon entsprechen etwa zwei Drittel dem Inhalt der braunen Tonnen, der Rest ist Grünschnitt", so ASR-Betriebsleiter Manfred Wüpper. Das sei genug Material, um etwa 1500 Chemnitzer Haushalte mit Energie versorgen zu können. Technisch handele es sich bei dem Prozess um eine Art Vergärung. Dabei zersetzen natürlich vorkommende Mikroorganismen die Abfälle und produzieren Biogas, das in einem Blockheizkraftwerk anschließend in Strom und Wärme umgewandelt und ins Gasnetz eingespeist wird. Für die Vergärung wäre der Bau einer entsprechenden Anlage erforderlich, für die der ASR einen Standort am Fischweg im Stadtteil Furth vorschlägt. Ob das Unternehmen eine solche Anlage selbst errichtet und betreibt oder dafür eine Kooperation eingeht, ist noch offen. Den städtischen Versorger Eins damit zu beauftragen, sei laut Wüpper aus rechtlichen Gründen allerdings nicht möglich.

Die Inbetriebnahme der rund zwölf Millionen Euro teuren Anlage würde - sollte der Stadtrat zustimmen - indes frühestens 2015 erfolgen. Nicht zuletzt, weil laut Rechtsdezernent Miko Runkel auch die Chemnitzer Bürger beteiligt werden sollen. Kritisch könnte hier speziell das Thema Geruchsbelästigung wirken, dem der ASR in seinem Konzept allerdings mit einer vollständigen Umhausung des Gebäudes begegnen will. Die Verstromung und Wärmeerzeugung soll sich darüber hinaus auf Chemnitzer Bioabfälle beschränken - Ankäufe aus anderen Kommunen sind nicht geplant.