Studentenrat kritisiert "Diplom-Experiment"

Studium An der TU Chemnitz fehlen die Mittel für die Wiedereinführung

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Das Hauptgebäude der TU Chemnitz an der Straße der Nationen 62. Foto: TU Chemnitz/Wolfgang Thieme

Seit Anfang der 2000er Jahre wurden in Deutschland die Diplom- und Magisterstudiengänge sukzessive durch Bachelor- und Masterstudiengänge ersetzt. Grund dafür war die europaweite Studienreform, die 1999 im italienischen Bologna verabredet wurde. Das Studium sollte flexibler, freier und individueller werden.

Schon mit seiner Amtseinführung kündigte der neue Uni-Rektor Gerd Strohmeier allerdings an, sich für eine Wiedereinführung des Diploms stark machen zu wollen. Diese Woche wurde der Weg dafür endgültig freigemacht, stößt beim Studentenrat der TU Chemnitz aber auf Kritik.

Neue Studiengänge sollen als Ergänzung dienen

"Wir sind uns mit der Mehrheit der Fachschaften einig, dass die TU Chemnitz zuerst einmal die bestehenden Studiengänge an die ländergemeinsamen Strukturvorgaben anpassen und eine ernsthafte Qualitätssicherung betreiben sollte, bevor mit einem Diplom-Experiment begonnen wird", meint Marius Hirschfeld, Referent für Hochschulpolitik. Laut Strohmeier sei das Diplom aber "nach wie vor eine Marke, die national und international einen hervorragenden Ruf genießt".

Neue Diplom-Studiengänge würden die Wettbewerbsfähigkeit der Chemnitzer Uni erhöhen. Zudem sollen die wiedereingeführten Studiengänge nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu Bachelor- und Masterstudiengängen eingerichtet werden. Der Studentenrat sieht darin allerdings eine Mogelpackung: "Die Fakultäten haben gar nicht die Möglichkeit, angepasste Veranstaltungen für das Diplom zu entwerfen, da Stellen und Mittel dafür fehlen."