Studie ausgewertet: Sorgen um deutschen Einzelhandel

Studie Stationäre Geschäfte weiterhin wichtig für Verkaufszahlen

Trotz der zunehmenden Bedeutung des Online-Handels ist das stationäre Ladengeschäft nach wie vor der wichtigste Vertriebskanal des deutschen Einzelhandels: 49 Prozent der Händler verkaufen ihre Produkte ausschließlich stationär. 37 Prozent sind sowohl stationär als auch online unterwegs und 14 Prozent sind als reine Online-Händler aktiv. Zu diesen Ergebnissen kommen die Forscher von ibi research an der Universität Regensburg in einer umfassenden Untersuchung des Einflusses der Digitalisierung auf den deutschen Einzelhandel. Beteiligt waren auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sowie 46 Industrie- und Handelskammern, darunter die IHK Chemnitz.

Nur kleine Händler verzichten auf Digitalisierung

Die Befragung von rund 1.450 Einzelhändlern aller Größenordnungen zeigt den Status quo der Digitalisierungsbemühungen und die Entwicklungen seit der ersten Studie im Jahr 2017. Demnach nutzen neun von zehn Unternehmen digitale Technologien für die internen Prozesse. Auffällig ist, dass es ausschließlich kleine Händler sind, die auf digitale Anwendungen verzichten. Häufig fehlen Zeit und Geld für den Wandel, auch wenn die Digitalisierung - gerade in der Corona-Zeit - einen der wichtigsten Treiber im Einzelhandel darstellt. Bei großen und mittleren Händlern sind digitale Helfer dagegen längst fester Bestandteil im BackOffice. Dennoch sehen 70 Prozent der Händler ihr Geschäftsmodell vor allem durch große Marktplätze - wie Amazon und eBay - unter Druck.

Das eigene Kaufverhalten bestimmt Stadtstrukturen mit

Gleichermaßen negativ bewerten alle Händlergruppen die zunehmenden Regulierungen wie zum Beispiel Datenschutz- oder Informationspflichten. Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz: "Digitalisierung ist für Händler zweifellos wichtig und aktueller denn je. Trotzdem darf der stationäre Handel nicht ins Hintertreffen geraten. Er belebt Innenstädte und ist Aushängeschild für eine Region. Deshalb entscheidet jeder mit seinem persönlichen Kaufverhalten mit, welche Strukturen in der eigenen Region eine Perspektive haben." Die vollständige Studie ist unter www.chemnitz.ihk24.de/handelsstudie einsehbar.