Studie stimmt positiv: Spielen hier bald die Basketballer der Niners Chemnitz?

Machbarkeitsstudie untersuchte Areal in der Innenstadt auf Lärmschutz, Verkehrsanbindung und Wirtschaftlichkeit

Chemnitz

Die Niners Chemnitz sorgen mit ihrer Erfolgsgeschichte in der Basketball-Bundesliga für Begeisterung. Seit Jahren ist die Chemnitzer Messehalle bei ihren Spielen ausverkauft, doch sie platzt aus allen Nähten und steht regelmäßig in Konkurrenz zu anderen Veranstaltungen. Die Alternative: eine moderne Mehrzweckhalle im Herzen der Stadt. Am Standort hinter der sogenannten "Parteifalte" an der Brückenstraße könnte bald eine Multifunktionshalle entstehen - nicht nur für Basketball, sondern auch für Konzerte, Kultur und Events.

Favorisierte Lösung: 8.000 Zuschauerplätze für die neue Arena

Eine am Dienstag vorgestellte Machbarkeitsstudie, durchgeführt vom renommierten Planungsbüro AS+P Albert Speer + Partner GmbH, untersuchte das Areal in Hinblick auf Lärmschutz, Verkehrsanbindung und Wirtschaftlichkeit. Die gute Nachricht: Der Standort ist machbar - wenn man auf die richtige Größe setzt. Während eine Maximallösung mit 10.000 Plätzen räumlich nicht realisierbar und eine Minimallösung mit 6.500 Plätzen nicht zukunftsweisend wäre, favorisiert die Studie eine Arena mit rund 8.000 Plätzen. Damit wäre den Ansprüchen der NINERS im nationalen und internationalen Spielbetrieb Rechnung getragen.

Studie untersuchte Lärmschutz, Verkehrsanbindung und Wirtschaftlichkeit

Da anliefernde Lkw direkt in das Gebäude einfahren könnten, bliebe der Geräuschpegel für die Umgebung gering. Beim Thema Verkehr wurde ein Limit von 310 Parkplätzen auf dem Gelände identifiziert - doch das sei kein Problem, betonte Baubürgermeister Michael Stötzer: Im Umfeld gebe es ausreichend bestehende Parkhäuser und -flächen. Für eine bessere Erreichbarkeit könnte ein leerstehendes Gebäude an der Straße der Nationen weichen, zudem sei eine neue Verkehrsader von der Mühlenstraße aus denkbar.

Eine Halle für alle

Die geplante Halle soll weit mehr als nur Heimspielstätte der NINERS sein. "Es geht um ein multifunktionales Gebäude, das Sport, Kultur und Gesellschaft verbindet", sagten Linda Hüttner und Toni Kunze von der Arbeitsgruppe Sport- und Kultur-Campus. Man wolle kein zweites CFC-Stadion bauen, das nach sportlichem Abstieg kaum nutzbar ist. Stattdessen setzt die Stadt bewusst auf "Gebäuderesilienz": Auch wenn die sportliche Erstklassigkeit einmal verloren gehen sollte, bleibe die Halle ein Ort für Konzerte, Ausstellungen und Events.

Geschätzte Baukosten zwischen 100 und 250 Millionen Euro

Auch wenn die Einnahmen den Bau nicht decken werden - was laut Bürgermeister Stötzer "realistisch betrachtet klar ist" - sehen Stadt und Planungsbüro einen deutlichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mehrwert. Laut Kunze sei "eine Halle, die sich mit Chemnitzern und Gästen füllt, ein Gewinn für Stadt und Region." Die geschätzten Baukosten liegen zwischen 100 und 250 Millionen Euro, abhängig von der konkreten Planung. Zusätzliche Mittel werden für vorbereitende Arbeiten nötig sein, denn der derzeitige Parkplatz muss umfangreich freigemacht werden. Der Ball liegt nun bei Stadt, Land und potenziellen Investoren. Denkbar ist laut Stötzer auch eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger - sei es über Fan-Anteile, Sponsoring oder andere partizipative Finanzierungsmodelle. Bis 2030 könnte die Halle fertiggestellt werden. Steffen Herhold, Niners Chemnitz GmbH: "Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie senden starke Signale in die Stadt. Denn im Kern zeigt sie, dass ein innerstädtisches Großprojekt wie der geplante Sport- und Kultur-Campus machbar ist. Ein wesentliches Ergebnis der Studie sind weiterhin ihre positiven Aussagen zum immensen wirtschaftlichen Impact für die Stadt und sogar die Region. Insofern sagt die Machbarkeitsstudie, dass die Chancen des Sport- und Kultur-Campus genutzt werden sollten."

Rückenwind aus der Landespolitik

Der geplante Standort profitiert von klaren politischen Signalen: Der Freistaat Sachsen hatte im vergangenen Jahr seine Verwaltungspläne für das Areal aufgegeben, um der Stadt mehr Raum für eine zukunftsfähige Innenstadtentwicklung zu geben. Ministerpräsident Michael Kretschmer unterzeichnete im August 2024 gemeinsam mit der Stadt einen "Letter of Intent", der die Zusammenarbeit offiziell festhält. Die Flächen hinter der "Parteifalte" an der Brückenstraße sollen nun als städtebauliches Scharnier zwischen Innenstadt und Brühl weiterentwickelt werden.

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