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Türkisches Restaurant angezündet

Anschlag Grünen-Politiker Zschocke verurteilt Taten dieser Art

Wer bis Mittwoch das Restaurant von Ali Tulasoglu auf der Straße der Nationen betrat, der wurde sofort von Gastfreundlichkeit und Gemütlichkeit begrüßt. Die türkische Gaststätte war seit dem vergangenen Jahr eine Adresse für landestypische Gerichte aus dem Süden. Doch in der Nacht zu Donnerstag hat sich alles verändert. Anwohner wurden gegen 2.20 Uhr durch einen lauten Knall geweckt. Kurz darauf drang Rauch aus dem Lokal. Laut Polizei mussten 17 Bewohner des mehrstöckigen Wohngebäudes evakuiert werden, verletzt wurde aber niemand. Nach derzeitigem Stand sei von einem fremdenfeindliche Hintergrund auszugehen - der Staatsschutz ermittelt.

Zeugen beobachteten, wie nach unmittelbar nach Ausbruch des Brandes drei Personen flüchteten. Es soll sich dabei um drei Männer im Alter von etwa 25 Jahren handeln, die zwischen 1,70 Meter und 1,80 Meter groß seien. Alle waren dunkel gekleidet, einer der Männer trug ein Basecap, ein weiterer fiel den Zeugen durch seine muskulöse Statur auf. Bei dem Fluchtwagen soll es sich um einen roten bis dunkelroten Pkw der Kompaktklasse handeln. Hinweise zur Tat nimmt die Polizei unter Telefon 0371/3873448 entgegen.

"Ein Angriff auf uns alle"

Der Anschlag auf das türkische Restaurant war der vierte binnen sieben Wochen, nach Überfällen auf das jüdische Lokal "Schalom" sowie die persischen Gaststätten "Schmetterling" und "Safran". "Wenn Gastwirte mit jüdischem, persischem oder türkischem Namen hier nicht mehr ohne Angst ihre Einrichtungen betreiben können, dann sind das Angriffe auf uns alle und unser friedliches Zusammenleben in Chemnitz", sagte gestern der Grünen-Politiker und Mitglied des Sächsischen Landtages Volkmar Zschocke. Er nannte den Angriff extrem und skrupellos. "Wenn eine Stimmung von Hass und Zwietracht erzeugt wird, in deren Folge Menschen bedroht und angegriffen werden, ist die Stadtgesellschaft insgesamt gefordert", so Zschocke.



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