Tarifangleichung in der Pflege soll erfolgen

Pflege Stundenlohn in Ost- und Westdeutschland wird einheitlich

Die Pflegekommission aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern hat sich Ende Januar auf die seit langem geforderte Ost-West-Tarifangleichung zum 1. September 2021 geeinigt. Dann sollen einheitlich mindestens 12 Euro Stundenlohn bezahlt werden. Danach wird dieser sukzessive auf über 15 Euro angehoben.

Gesundheitsministerin spricht sich für Anpassung aus

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping begrüßte diese Entscheidung: "Dies ist ein gutes Signal an alle Pflegekräfte, dass ihre harte und gesellschaftlich so wichtige Arbeit besser bezahlt und damit auch wertgeschätzt wird. Es war ein nicht mehr nachvollziehbarer Zustand, dass gleiche Arbeit in Ost und West bisher unterschiedlich bezahlt wurde. Und es ist ein Zeichen, dass die Attraktivität des Pflegeberufs weiter erhöht wird." Die Ministerin mahnte jedoch.

"Da die Anhebung der Mindestlöhne zu höheren Kosten etwa in den Pflegeheimen führt und die Leistungen der Pflegeversicherung nicht angehoben werden, wird dies zu einer weiteren Erhöhung der von den Pflegeheimbewohnern oder ihren Angehörigen zu zahlenden Eigenanteile an den Heimkosten führen."

Erhöhung des Mindestlohns beginnt im Juli diesen Jahres

Köpping werde sich mit den Amtskollegen der Länder dafür einsetzen, dass die Soziale Pflegeversicherung weiterentwickelt wird. In Sachsen werden rund 68.000 Pflegekräfte den einheitlichen Mindestlohns erhalten, 1,2 Millionen Beschäftigte sind es bundesweit. Die bisherige Vereinbarung betrifft ausschließlich Hilfskräfte. Sie erhalten 11,35 Euro in West- und 10,85 Euro in Ostdeutschland. Im April läuft diese Lohnuntergrenze für die Altenpflege und ambulante Krankenpflege aus. Den ersten Erhöhungsschritt soll es am 1. Juli dieses Jahres geben, auf 11,60 Euro im Westen und 11,20 Euro im Osten. Neu eingeführt werden sollen zum 1. April 2021 auch Mindestlöhne für qualifizierte Pflegehilfskräfte von 12,50 Euro im Westen und 12,20 Euro im Osten.