Textilien, die Daten liefern

Forschung Wirtschaftsminister besuchte am Montag westsächsische Textilhersteller und -forscher

"Sachsen gehört zu den vier wichtigsten Zentren der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie. Mit Unterstützung des Freistaates haben sich für die Branche zukunftsträchtige Entwicklungen aufgetan. Gemeinsam ist es gelungen, die Existenz eines innovativen und leistungsfähigen Kerns der Textil- und Bekleidungsindustrie zu sichern und weiterzuentwickeln." Das erklärte Wirtschaftsminister Martin Dulig am Montag anlässlich seines Besuchs von mehreren westsächsischen Textilfirmen und dem Sächsischen Textilforschungsinstitut in Chemnitz. "Die breiten Einsatzmöglichkeiten textiler Strukturen - etwa im Fahrzeugbau, im Hoch- und Tiefbau, im Maschinenbau und in der Gesundheitswirtschaft - eröffnen Wachstumsmärkte, deren Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft ist."

Innovation made in Sachsen

So wurde am Sächsischen Textilforschungsinstitut ein neuartiges signalgebendes Polster für Betten und Sitzmöbel in der Alten- und Krankenpflege entwickelt. Dank integrierter polymeroptischer Fasern liefert das Polster zuverlässig Daten zu Druck, Temperatur und Feuchte - zum Beispiel im Pflegebett. Mit Hilfe einer Software wird auf einem Display angezeigt, wie oft sich eine pflegebedürftige Person in einem definierten Zeitraum bewegt oder das Bett verlassen hat. Pflegepersonal oder Angehörige von hilfsbedürftigen Menschen erhalten mit diesem System eine wertvolle Entscheidungshilfe für notwendige Handlungen. Das Sensorpolster wurde in der Berliner Charité rund zweieinhalb Jahre lang unter Praxisbedingungen getestet und hat unlängst die Zertifizierung als EU-Patent erhalten. Mit neuen Projektpartnern soll das Sensorpolster in naher Zukunft bis zur Produktionsreife geführt werden.