Der Chemnitzer FC hat sein erstes Testspiel im Trainingslager in der Türkei mit einem Torfestival beendet. Vor 120 Zuschauern - darunter war unter anderem auch FSV-Zwickau-Sportchef Robin Lenk - auf dem Hauptplatz der Anlage des "Titanic-Deluxe-Hotels" spielten die Himmelblauen gegen Fortuna Köln 3:3.
Für die Sachsen waren Johannes Pistol, Jonas Marx und Tobias Stockinger erfolgreich, bei den Kölnern steuerte Hamadi Al-Ghaddioui einen Doppelpack bei. David Kamm Al-Azzawe köpfte in der 85. Minute zum Endstand ein.
Starker Sturmlauf der Himmelblauen
Das Team von CFC-Trainer Benjamin Duda kam sehr gut in die Partie und erarbeitete sich in der zweiten Minute die erste Chance. Der agile Dominico Alberico legte auf Stockinger auf, welcher knapp verzog. Zwei Zeigerumdrehungen später schob Pistol, der im Rückraum lauerte, eine flache Alberico-Hereingabe zur frühen Führung ein. Das 2:0 gegen die Domstädter bereitete "Piste" vor, Johannes Marx drückte den Ball in der 15. Minute über die Linie.
Artur Mergel und Maurizio Grimaldi besaßen jeweils noch eine Möglichkeit, um das Ergebnis noch weiter in die Höhe zu schrauben. "Wir sind sehr gut ins Spiel reingekommen und hatten das eigentlich in der erste Halbzeit über weite Strecken unter Kontrolle, gehen auch verdient in Führung. Das Einzige, was wir uns vielleicht ankreiden können, ist, dass wir durch einen eigenen Ballverlust und weil wir ungeordnet hinten sind, Spiel wieder aufmachen", sagte Torschütze und Vorlagengeber Pistol nach dem Spiel.
Kölner Anschlusstreffer nach erste Gelegenheit
Die Kölner - ihres Zeichen Spitzenreiter der Regionalliga-West - traten erstmalig nach etwas mehr als einer halben Stunden in Erscheinung und kamen mit ihrer ersten Gelegenheit durch Al-Ghaddioui 1:2-Anschlusstreffer. Kurz vor der Pause musste Daniel Adamczyk mit einer Traumparade den Ausgleich verhindern.
"Inhaltlich habe ich ein gutes - phasenweise auch sehr gutes - Spiel von uns gesehen, wohlgemerkt gegen den Tabellenführer der Regionalliga-West", analysierte CFC-Trainer Duda und ergänzte: "Ich habe viele Fortschritte gesehen, vor allem in den ersten 25 Minuten."
Spruchband für zwei verstorbene CFC-Fans und Loch im Tornetz
Die CFC-Fans zeigten vor dem Wiederanpfiff das Spruchband "Für immer ein Teil von uns - Sekl & Hans unvergessen!" und gedachten zwei himmelblauen Fans. Sowohl René Sekula - von allen liebevoll "Sekl" genannt und jahrelanger Clubhelfer - und Hans waren in den letzten Jahren ein fester Teil der Trainingslagergruppe. Die feine Aktion wurde mit zwei Bengalos umrahmt.
Auf dem Feld wurde derweil ein Loch im Tornetz geflickt, sodass sich der Anpfiff etwas verzögerte. Doch als dieser erfolgte, übernahmen die Duda-Schützlinge für den Moment wieder das Kommando. Während Leon Damer via Freistoß und Tom Baumgart mit einer Direktabnahme aus zehn Metern den dritten CFC-Treffer verpassten, machte es Stockinger nach einer Stunde besser. Der 25-jährige Mittelfeldspieler schob - nach Vorlage von Dejan Bozic - zum 3:1 ein. Direkt im Gegenzug schnürte Al-Ghaddioui seinen Doppelpack.
Beide Mannschaften hatten zur Pause allerhand Wechsel vollzogen - und das bei den Kölner nun größtenteils die Stammelf auf dem Rasen stand, merkte man Mitte der zweiten Halbzeit deutlich. Schlussendlich war die Dominanz der Domstädter zu groß - und daran hatte mit Rafael García ein Kicker mit himmelblauer Vergangenheit einen großen Anteil.
Garcias Genialität
In der Aufstiegssaison 2018/19 gab der Offensivspieler insgesamt 19 Vorlagen. In der folgenden Drittliga-Spielzeit waren es sieben Stück. An der Stärke, stets ein wachsames Auge für den freien Mitspieler zu haben, hat sich nichts geändert.
In der aktuellen Saison in der Regionalliga-West hat der 32-Jährige in 18 Spielen bereits bockstarke elf Vorlagen geliefert sowie zwei Tore erzielt - und auch gegen seinen Ex-Verein glänzte er mit einer Vorlage. Das 3:3 - wuchtig eingeköpft von Al-Azzawe - bereitete er nach einem Standard gefühlvoll vor. "Wenn man dann das Ergebnis betrachtet, wir haben zweimal mit zwei Toren Vorsprung geführt, dann ist das sicherlich auch genau die Wunde, wo wir in aller Deutlichkeit rein müssen", so Duda.
Zweiter Test gegen einen West-Regionalligisten
Am 17. Januar duellieren sich die Himmelblauen mit dem Wuppertaler SV und damit erneut mit einem Team aus der Regionalliga-West. Der traditionsreiche WSV rangiert aktuell jedoch auf einem enttäuschenden 15. Platz.



