Tourismusbranche mit positivem Stimmungsbild

Saisonumfrage Personalprobleme und Bürokratiebelastungen schaffen Frust

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Foto: Thomas Schmotz

Die Tourismuswirtschaft in Südwestsachsen boomt: Laut einer aktuellen Saisonumfrage der IHK Chemnitz setzt sich der Aufwärtstrend in der Branche fort. Der Geschäftsklimaindex, der sich aus der Geschäftslage und den Geschäftserwartungen ergibt, steigt im Frühjahr 2018 im Vergleich zu 2017 in Gastronomie und Reisebranche deutlich an. Mehr als die Hälfte der beteiligten Tourismusunternehmen schätzt die Geschäftslage als gut ein und mehr als ein Drittel ist mit den Geschäften zufrieden. Unter anderem die stabile Konjunktur sowie die Konsum- und Reiselaune der Verbraucher sollen zu dieser guten Bewertung beigetragen haben.

In der Folge wollen voraussichtlich mehr Unternehmen als 2017 investieren. Zum großen Teil handelt es sich dabei um Modernisierung und Ersatzbeschaffung. Die Beschäftigungspläne zeigen ebenfalls eine leicht positive Tendenz zum Vorjahr. Erneut will die große Mehrheit der Beteiligten ihren Personalbestand halten. Das Stimmungsbild der Tourismuswirtschaft könnte also nicht besser sein. Trotzdem sei in den freien Antworten der Umfrage ein zunehmender Frust von Unternehmen spürbar.

Wirtschaft belastet Fachkräftemangel

"Kein Wunder", sagt Thomas Jahn, Vorsitzender des Tourismusausschusses der IHK Chemnitz. "Aktuell sorgen Überregulierungen und zunehmende bürokratische Aufwendungen, wie Datenschutzgrundverordnung und Pauschalreiserichtlinie, für Unmut. Zudem ist das Gastgewerbe eine personalintensive Branche mit Wochenend- und Feiertagsarbeit." Laut Jahn behindere das relativ starre Arbeitszeitgesetz manchmal notwendiges flexibles Reagieren im Betriebsalltag. "Wenn dann noch Personal länger fehlt, kommt es zu Mehrbelastungen der vorhandenen Belegschaft und leider immer häufiger auch zu notwendigen Angebots- und Öffnungszeiten- Einschränkungen, die dann bei den Gästen zu Unverständnis führen."

Für die Gastwirte Südwestsachsens zählen der Fachkräftemangel und die Arbeitskosten zu den größten Risikofaktoren für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Bei den Reisebüros, -veranstaltern und Busunternehmen werden die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, zum Beispiel Dieselfahrverbote, internationale Unsicherheiten, steuerliche Aspekte und bürokratischer Mehraufwand genannt.