Trost

Wort zum Sonntag von Stephan Brenner

Das Wort "Trost" steht nicht sehr hoch im Kurs. Da klingt die billige "Vertröstung" mit oder das gut gemeinte "Trostpflästerchen", das jedoch wenig hilft. Und wenn wir auf unsere Welt blicken, dann können wir auch verstehen, dass es der Trost oft nicht einfach hat. Viererorts sind die Sorgen so groß und ist das Leiden so bedrückend, dass das tröstliche Wort zu verhallen droht.

Ganz und gar trostlos muss es aber trotzdem nicht sein. Denn der Buchstabe in der Mitte des Wortes "Trost" ist ein Hinweis über unsere Erfahrungen und Begrenzungen hinaus: "o" wie "offen".

Dass es mehr gibt, als wir wahrnehmen und begreifen können und dass nach vorn hin trotz allem eine Offenheit besteht, steckt im dem Trost, der auf Gott bezogen ist. Damit sind Traurigkeit und Trauer nicht einfach weggepustet. Doch behalten Verzweiflung und Resignation nicht das letzte Wort.

Wenn wir an diesem Sonntag an Gräbern stehen oder auch anderswo an verstorbene Menschen denken, müssen wir nicht untröstlich sein. Denn jener Tag im November ist nicht nur der Totensonntag, sondern auch der Ewigkeitssonntag. Gott sei Dank.

Stephan Brenner, Pfarrer