Es herrschte gespenstige Stille unter den Zuschauern im großen Saal der Chemnitzer Stadthalle. Sie alle wussten: der Kriminalfall, in den sie gleich eintauchen, ist tatsächlich so passiert. Die "True Crime"-Anhänger erlebten voller Spannung, wie der bekannte Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber und der prominente Strafverteidiger Dr. Alexander Stevens in ihrer Show "Angeklagt - Schuldig oder nicht?" kontrovers verhandeln.
Der Fall - Der Dreifachmord von Starnberg
Dieser wahre Kriminalfall ist nichts für schwache Nerven, aber das presst die Stadthallenbesucher umso fester in ihre Sitze. Viele der True Crime Insider kennen die Geschichte rund um den "Dreifachmord von Starnberg" und den Mammutprozess, bei dem Dr. Alexander Stevens als einer der Strafverteidiger involviert war. In einem Haus am Starnberger See wurden am 11. Januar 2020 drei Leichen gefunden: Vater, Mutter und Sohn sind durch Schüsse getötet worden, auch auf den Hund wurde geschossen. Dieser überlebte die Tragödie schwerverletzt. Auf den ersten Blick schien alles auf den erweiterten Suizid des 21-Jährigen Sohnes, einem bereits polizeilich bekannten Waffennarr, hinzudeuten. Doch im Verlauf der Ermittlungen gestand Max, ein Freund des Sohnes, den Dreifachmord. Plan war es, die große Waffensammlung seines Kumpels zu entwenden. Ebenfalls beteiligt war der 18-jährige Samuel, ein weiterer Freund und Waffennarr, der als Fahrer und Mit-Drahtzieher mitangeklagt wird.
Originalaufnahmen, Whatsapp-Nachrichten und schockierende Details
Mit starker Verpixelung wurden Filmausschnitte und Originalaufnahmen der Mordnacht gezeigt. Zudem sorgte ein nachgestelltes Video des Täters vom Tatort mit den originalen und äußerst verstörenden Kommentaren über die Opfer für Kopfschütteln. Alexander Stevens und Constantin Schreiber nehmen die Gäste in der Stadthalle mit auf einen Exkurs in das deutsche Rechtssystem, präsentieren die rhetorische Finessen vor Gericht und verbildlichen die stetigen Wandlungen innerhalb des Prozesses.
Publikum stimmt live mit ab
Constantin Schreiber, bekannt als Sprecher der Tagesschau, ist studierter Jurist und tritt in der Show als Staatsanwalt auf. Alexander Stevens, der bekannte Star-Anwalt aus München ist der Strafverteidiger. Und auch das Publikum bekam als "Jury" eine wichtige Rolle und durfte mehrfach per QR-Code mit dem Smartphone mit abstimmen, ob sie die Tatverdächtigen für schuldig oder unschuldig hielten. Und immer wieder entführen Steven und Schreiber in die Welt des ständigen Perspektivwechsels zwischen Anklage und Verteidigung. Es standen zwei entscheidende Fragen im Raum. Ist das ursprüngliche Geständnis von Max die Wahrheit? Und war Samuel nun Mittäter oder doch nur der Fahrer, der gar nicht selbst im Haus war? Je nach Argumentation der beiden wortgewandten Juristen schwankte auch die Publikum mehrheitlich der Meinung des Verteidigers folgten. Am Ende der über zweistündigen Show wird dann das tatsächliche Urteil und Strafmaß bekannt gegeben. Und während die einen überrascht staunten, hoben die anderen bestätigend die Daumen. Denn: Nach 80 Verhandlungstagen wurden im realen Prozess Max wegen des Dreifachmordes zu 13 Jahren sowie Mittäter Samuel zu acht Jahren und sechs Monaten Jugendhaft verurteilt.
Autogramme und Fotos
Am Ende des spannenden Abends standen Alexander Stevens und Constantin Schreiber noch für "Beweisfotos" und Autogramme im Foyer der Stadthalle allen True Crime Anhängern zur Verfügung.
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