TU bildet "Gefühlsdetektive" aus

Prävention Zehn Jahre Huckepack-Kinderförderung

Vorschulkinder, die Gefühle bei sich selbst und bei anderen nicht gut erkennen und weniger angemessen damit umgehen, haben mit zunehmendem Alter mehr und mehr Probleme mit Gleichaltrigen.

Diese Beobachtung ist Grundlage für das Projekt "Huckepack", das die Professur für Allgemeine Psychologie und Biopsychologie der TU Chemnitz seit 2009 umsetzt. "Huckepack" steht für ein Training sozialer und emotionaler Kompetenzen. Kinder im Vorschulalter lernen, die eigenen Emotionen zu regulieren und Konfliktsituationen positiv zu lösen. Die am Huckepack-Programm beteiligten Mädchen und Jungen im Vorschulalter werden innerhalb eines Jahres ganz individuell und spielerisch zu kleinen "Gefühlsdetektiven" ausgebildet. Dies geschieht Hand in Hand mit dem Fachpersonal der beteiligten Kindertagesstätten und den Eltern.

Praktische Erfahrungen fürs Studium sammeln

Zudem besteht in diesem Kontext die Chance, die Entwicklung dieser Kinder anhand einer wissenschaftlichen Längsschnittstudie zu untersuchen. Hierzu liegen inzwischen zahlreiche Arbeiten vor. Im Rahmen von Workshops werden zudem Studierende verschiedener Fachrichtungen wie Psychologie, Pädagogik und Soziologie zu Mentoren ausgebildet: "Sie schätzen die Möglichkeit, im Rahmen ihres Studiums umfassende praktische Erfahrungen zu sammeln und die Entwicklung eines Kindes über ein Jahr hinweg unter geschulter Begleitung fördern zu können", so Annett Meylan, Geschäftsführerin des Vereins.

In den letzten Jahren konnten so bereits mehr als 150 kleine "Huckepack-Gefühlsdetektive" gefördert werden. 2016 startete die Huckepack-Kinderförderung zudem ein Projekt zur Förderung der Integration von Flüchtlingskindern sowie Kindern mit Migrationshintergrund.