TU-Student stellt Rekord im Himalaya auf

Extremsport Allein erklimmt Jost Kobusch den 7.000er Nangpai Gosum II

tu-student-stellt-rekord-im-himalaya-auf
Jost Kobusch liebt es seine Grenzen auszuweiten. Foto: TU Chemnitz/ Ralph Schardt

Das Unglaubliche ist geschehen, zum ersten Mal hat ein Mensch ganz allein und ohne Sauerstoffflasche einen der höchsten Berge der Welt bestiegen, den Nangpai Gonsum II (7.296 Meter) im Himalaya in Nepal. Der bislang unerklommene Gipfel konnte am 3. Oktober von Jost Kobusch, einem Studenten aus Chemnitz, bestiegen werden.

Beim zweiten Versuch klappte der Rekord

Doch das war nicht so einfach, wie man vermuten mag. Bereits am 25. September ist der 25-Jährige zu seiner Expedition aufgebrochen und scheiterte, da die Sonne zu viel Eis an den entscheidenden Stellen seiner Routen zum Schmelzen gebracht hatte. "Doch anstatt niedergeschmettert zu sein, stand es für mich außer Frage abzureisen. Nicht bevor ich nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft hatte", erzählt Kobusch Lars Messe im Interview.

Beim zweiten Versuch, zu dem er am 30. September aufbrach, klappte es dann endlich. Diesmal entschied sich Kobusch für eine indirekte Strecke ohne Seile und um 10.25 Uhr Ortszeit war es geschafft. "Da oben zu stehen, das war befreiend. All diese Schmerzen, die Anstrengungen, die vorher da waren, haben auf einmal nachgelassen."

Beruf Extremsportler und Studium lassen sich gut verbinden

Jost Kobusch ist seit 2016 Student des Studienganges Sports Engineering an der Technischen Universität. Der Extremsportler finanziert sich aus seinen Expeditionen das Studium und verbindet seine Leidenschaft gleichzeitig damit. In einer Schul-AG ist er damals mit zwölf Jahren erstmals zum Klettersport gekommen. "Ich denke, dass mich einfach schon immer der Gedanke gereizt hat, meine eigenen Grenzen zu verschieben um mir im Leben mehr Möglichkeiten zu verschaffen", sagt Kobusch.

Er hat mittlerweile schon eine ganze Sammlung an Expeditionen vorzuweisen, unter anderem die Solo-Besteigung des Ama Dablam (6.812 Meter) vor vier Jahren sowie die Besteigung des sehr gefährlichen 8.000 Meter hohen Bergmassivs Annapurna I im zentralen Norden Nepals, die ihn zum Extrembergsteiger auszeichneten. Neben seinen sportlichen Aktivitäten, durch die er sich mittlerweile seinen Lebensunterhalt verdient, entwickelt der junge Mann mit verschiedenen Outdoor-Sportunternehmen Kleidung und Ausrüstung für extreme Expeditionen.

Nächstes Ziel: Alaska

Sein nächstes großes Ziel hat er bereits gefasst: die "Denali 6.193 Meter Winter Solo Expedition" in Alaska. Während der Polarnacht bei eisigster Kälte will er den höchsten Berg Nordamerikas besteigen. Es ist mit maximalen drei Sonnenstunden pro Tag zu rechnen. "Dieses Vorhaben wurde bisher erst von einem einzigen Menschen gemeistert", erzähl Kobusch vorfreudig.



Bewerten Sie diesen Artikel:6 Bewertungen abgegeben