Überflieger zum Südring: Wird er bald abgerissen?

Verkehr Stadtverwaltung Chemnitz bezieht Stellung

Er ist in Chemnitz fast so bekannt wie der "Lulatsch" oder der Chemnitzer FC: Der sogenannte "Überflieger". Die Verbindung von Südring und Neefestraße ist schon seit der Freigabe im Sommer 2007 in der Diskussion. Besonders in den Morgenstunden staut sich der Verkehr fast schon kilometerweise. Deshalb wurden in der Vergangenheit bereits zwei Varianten zur Verbesserung des dortigen Verkehrsflusses vorgestellt: Einerseits die Verlängerung des Südrings bis zur Zwickauer Straße und möglicherweise sogar noch weiter, womit eine Alternative zur A 72 gegeben wäre. Andererseits steht die Freigabe der zweiten Spur auf dem Überflieger, die derzeitig nur als Rettungsgasse genutzt wird, im Raum.

Im letzten Jahr beschloss der Stadtrat die finanzielle Aufwendung von 200.000 zu weiteren Planungszwecken - von Baumaßnahmen war da allerdings nicht die Rede. Tatsächlich wünschen sich aber nicht nur die Verkehrsteilnehmer aus den umliegenden Regionen eine Veränderung. Auch die Anwohner befürworten teils eine Verlängerung des Südverbunds, um damit eine Reduzierung des Lärms und des generellen Verkehrsaufkommens zu erreichen. Laut Bauverwaltung bestehe mittlerweile seit elf Jahren das Baurecht; man könnte also bauen, wenn man das wöllte.

Nun erreichte BLICK in den letzten Wochen das Gerücht, Ende dieses Jahres soll ein Umbau erfolgen. Der Grund: Der Überflieger sei einsturzgefährdet. Doch die Chemnitzer Stadtverwaltung wies diese Behauptung entschieden zurück: "Der Überflieger Südring / Neefestraße ist nicht einsturzgefährdet. Es sind auch keine Umbaumaßnahmen am Überflieger geplant."

Die Chemnitzer Gerüchteküche brodelt allerdings weiter. Möglicherweise vermischen sich hier auch Wünsche mit Realität. Allerdings ist Fakt: Dass laut der Stadtverwaltung keine Umbaumaßnahmen geplant sind, bedeutet auch, dass die vom Stadtrat genehmigten 200.000 Euro für "Planung" noch nicht zu einem konkreten Ergebnis geführt haben. Da derzeit mit dem Sommer beziehungsweise später mit dem Herbst traditionell auch die Kernzeit der Baustellensaison zu Ende geht, müssen sich die Chemnitzer wohl noch ein weiteres Jahr gedulden. BLICK bleibt am Ball.