Umbruch in der Ladenszene

Wirtschaft Schließung eines Traditionsbetriebs - Betreiberwechsel in einem Lokal

Die Gastronomie- und Ladenszene auf dem Kaßberg ist derzeit im Umbruch. Das italienische Restaurant "Caruso" hat seit Wochen ein Schild an der Tür mit dem Verweis, dass ein Umzug in neue Räume bevorsteht. Zumindest bleibt die Gaststätte dem Stadtteil erhalten - sie soll auf die Walter-Oertel-Straße an den ursprünglichen Standort zurückziehen.

Anders sieht das bei zwei weiteren Lokalen aus. Seit vergangener Woche prangt eine Tafel mit der Aufschrift "Aus betrieblichen Gründen geschlossen" an der Traditionsfleischerei Haase auf der Ulmenstraße, Ecke Puschkinstraße. Die Schaufenster sind zugehängt, was am Anfang den Anschein einer Renovierung erweckte. Doch nun ist klar: Das Geschäft bleibt nach 47 Jahren dauerhaft geschlossen. Nicht nur Fleisch- und Wurstwaren wurden an der Theke verkauft. In einem kleinen Imbiss im Laden gab es zudem täglich mehrere Mittagsangebote. "Für mich ist die Schließung ein echter Verlust", sagte eine ältere Dame, die fast schon wehmütig vor der Fleischerei stehen blieb. Sie sei mehrmals in der Woche hergekommen, um sich ein warmes Mittagessen für zuhause einpacken zu lassen.

Ein paar Straßen weiter unten auf dem Kaßberg, auf der Henriettenstraße, steht ein weiteres Lokal vor einem Umbruch. Die "Grüne Helene" wird von Betreiberin Anja Mädler am 31. Dezember abgegeben. Seit fünf Jahren gibt es in der kleinen Gaststätte vegane und vegetarische Mittagsgerichte, Kuchen und Getränke. Auch Konzerte, Lesungen und Ausstellungen fanden dort statt. Doch nun soll in dieser Form Schluss sein. "Nach reichlich einem halben Jahr Bedenkzeit möchte ich die Helene zum 31. Dezember gern in vertrauensvolle Hände weitergeben", sagt die Inhaberin. Interessenten gebe es bereits, so Mädler. "Sicher ist auch, dass die Catering-Strecke der Helene bestehen bleibt und weiterhin vegane Kuchen bestellt werden können", ergänzt sie.