Umzug für den Job - ja oder nein?

Ein jobbedingter Umzug hat weitreichende Konsequenzen. Betroffene sollten überlegen, ob sich der Aufwand in finanzieller und sozialer Hinsicht lohnt.

Umzug für den Job?

Die heutige Arbeitswelt ist schnelllebig und erfordert mitunter viel Flexibilität. So kommt es nicht selten vor, dass Menschen für ihren Job umziehen müssen. Doch bevor es an das Packen von Umzugskartons geht, sollten sich Betroffene fragen, ob sich ein Umzug für den Job wirklich lohnt.

Die Kernfrage: Ist der neue Job den Aufwand wert?

Ein Wohnortwechsel geht mit hohen Kosten, Stress und einem tiefen Einschnitt ins gesellschaftliche Leben einher. Daher sollten sich Personen, die vor der Entscheidung stehen, fragen, ob ein berufsbedingter Umzug den Aufwand rechtfertigt. Hierbei sind folgende Aspekte wichtig:

1.    Wie sicher ist der neue Job?

Ein Umzug für den Job lohnt sich nur, wenn die neue Stelle eine gute Zukunftsperspektive bietet. Daher gilt es, im Bewerbungsgespräch folgende Informationen einzuholen: 

  • Verhalten der Vorgänger: Verblieben die Vorgänger lange auf der Position oder ist sie ein ständig wechselnder Posten? Bei häufigen Wechseln gilt es die Gründe erkunden. Gab es schnelle Beförderungen oder sind die Vorgänger eher "geflüchtet"?
  • Fluktuation in der Firma: Wie steht es in der neuen Firma um die Mitarbeiterfluktuation?  Eine hohe Fluktuation kann unter anderem ein Zeichen für mangelnden Zusammenhalt oder eine Hire-and-Fire-Mentalität sein.
  • Befristung: Handelt es sich um einen befristeten Arbeitsplatz oder um eine dauerhafte Arbeitsstelle? Ein berufsbedingter Umzug lohnt sich in der Regel nur bei dauerhaften Jobs oder bei Jobbefristungen mit einem längeren Zeitrahmen.

2.    Welche Zukunftsperspektiven bietet der neue Job?

Bei dieser Frage geht es darum, welches Potenzial der neue Arbeitsplatz im Vergleich zum alten aufweist. Im besten Fall fragen Interessenten schon beim Einstellungsgespräch nach Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Dazu gehören:

-    Regelmäßige Weiterbildungen über den Arbeitgeber
-    Weiterbildungen über E-Learning-Plattformen 
-    Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der neuen Firma

Umzüge kosten Geld

Neben den Zukunftsaussichten der neuen Arbeitsstelle spielt das Gehalt eine zentrale Rolle. Es sollte deutlich höher ausfallen als das Gehalt des bisherigen Jobs, schließlich kostet der Umzug Geld - und das muss erst einmal wieder hereingearbeitet werden.

Zu den Umzugskosten gehören:

-    Transportkosten des Hausrats 
-    Kosten für Umzugshelfer
-    Einrichtung einer Halteverbotszone
-    Umzugsmaterial wie Kartons, Klebeband, Luftpolsterfolie etc.
-    Spritkosten
-    Eventuell Maklerkosten für die Suche der neuen Wohnung
-    Kaution für die neue Wohnung
-    Eventuell Kosten für neue Möbel
-    Renovierungskosten

Soll ein Unternehmen für den Wohnortwechsel beauftragt werden, können Umziehende mit einem Preisvergleich viel Geld einsparen. Es lohnt sich, mehrere Angebote einzuholen und das beste auszuwählen.

Zum Thema Kosten war das aber noch nicht alles: Neben den Umzugskosten sollten Umzugswillige auch die Lebenshaltungskosten des neuen Wohnorts mit denen des bisherigen vergleichen: Eine Gehaltssteigerung heißt nicht unbedingt, dass nach Abzug der Wohn- und Lebenshaltungskosten am neuen Wohnort mehr Netto übrigbleibt.

Tipp: Wer für den Job umziehen muss, kann die Kosten unter Umständen steuerlich geltend machen.

Auch die sozialen Folgen bedenken

Ein Umzug für den Job bietet häufig attraktive Zukunftsaussichten. Betroffene sollten jedoch im Blick haben, dass ein Wohnortwechsel auch soziale Folgen hat. Zwar lässt sich der Kontakt zu Freunden heute mit den sozialen Medien gut aufrechterhalten. Aber wer im Freundeskreis nicht mehr Teil des Alltags ist, wird sich zwangsläufig zumindest ein Stück weit entfremden. Andererseits besteht die Möglichkeit, nochmal von vorne anzufangen und neue Kontakte zu knüpfen.

Zusätzlich sorgt die Distanz zur Familie oft dafür, dass sich das eigene Leben komplett verändert: Konnte beispielsweise vorher die Oma ab und zu aufs Kind aufpassen, muss nun die Kinderbetreuung aufwendig organisiert werden. 

Umzug für den Job: Erst abwägen, dann entscheiden

Ganz gleich, wie wichtig Zukunftsperspektiven im Job auch sind: Bevor es an einen berufsbedingten Umzug geht, sollten Betroffene das Für und Wider genau abwägen. Dabei gilt es, sowohl den neuen Job auf sein Zukunftspotenzial und seine Sicherheit hin zu prüfen als auch die finanziellen und sozialen Folgen zu bedenken. Wer all diese Aspekte abgewogen hat, wird am Ende eine fundierte Entscheidung treffen.