"Uni goes UNO" - Reise in die USA zur größten professionellen Simulation

Konferenz Die TU Chemnitz repräsentiert die Republik Senegal

Vom 24. bis 28. März 2019 vertreten Studierende als "Nachwuchs-Diplomaten" der Republik Senegal die TU Chemnitz bei der National Model United Nations-Konferenz (NMUN), der weltweit größten und bedeutendsten Simulation der Vereinten Nationen in New York. Die Delegierten werden im Rahmen der Simulation mit über 5.500 studentischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus mehr als 40 Ländern über aktuelle Herausforderungen und Konfliktherde der Weltpolitik debattieren und gemeinsam Lösungen entwickeln. Die Studierenden vertreten dabei einen der 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen und dessen Interessen und Positionen. Das ihnen zugewiesene Land und die Arbeit der Organisation werden dabei so realitätsgetreu wie möglich simuliert.

"Wir sind die Republik Senegal!"

Die Teilnehmer der TU Chemnitz werden die Republik Senegal repräsentieren und sich in neun Komitees mit Themen wie der nuklearer Abrüstung, nachhaltiger Energie, Auslandsverschuldungen, dem Kampf gegen Menschenhandel und der Stärkung humanitärer Hilfe in Katastrophengebieten auseinandersetzen. Zudem werden sich die "Nachwuchs-Diplomaten" mit der zunehmenden Meeres- und Luftverschmutzung, dem Schutz von Weltkulturgütern in Konfliktzonen, der Bedeutung von Bildung im Kampf gegen Terrorismus, sowie der sicheren Rückführung und Reintegration von Binnenflüchtlingen beschäftigen. Die Ergebnisse der erarbeiteten Resolutionen werden an die UNO weitergeleitet, die in der Vergangenheit Ideen der Studierenden aufgegriffen und auch umgesetzt hat.

Regionale und interdisziplinäre Erfahrungen

Bei dieser Bandbreite an Themen und Schwerpunkten ist es von großem Vorteil, dass die Chemnitzer Delegierten in zwölf Studiengängen an vier Fakultäten der TU studieren und so ausgezeichnet voneinander profitieren können. "Die Teilnehmer erfahren, dass ihre, an der TU Chemnitz erworbenen, Fähigkeiten und theoretischen Kenntnisse in der Praxis gewinnbringend einsetzbar sind und ihnen ermöglichen, gesellschaftliche Herausforderungen fachübergreifend zu lösen", sagt Jakob Landwehr, Mitarbeiter der Professur für Internationale Politik der TU und Faculty Advisor der Chemnitzer Delegation.

Der lange Weg in die USA

Der Weg von Chemnitz nach New York beinhaltet wöchentliche Sitzungen, in denen Länderkunde, Wissen und Regelkunde zu den Vereinten Nationen, Rhetorik und Verhandlungsskills vermittelt und geübt werden. Chemnitzer Delegierte konnten dieses Wissen bereits am 23. und 24. November 2018 in der Praxis bei der "Chemnitzer Model United Nations" (ChemMUN) zusammen mit anderen Studierenden testen. Die Simulation, die als Teil des Seminars "Die Vereinten Nationen und der internationale Kampf gegen den Terrorismus" als Studium Generale angeboten wird, stand allen Studierenden der Universität offen. Bei einer weiteren Simulation, die vom 18. bis 20. Januar 2019 in Erfurt stattfindet, hat die diesjährige NMUN-Delegation noch eine letzte Generalprobe vor der Reise in die USA. Dort wird im März zunächst eine Exkursion nach Washington erfolgen, wo die Delegation die Möglichkeit hat sich mit Entscheidungsträger/innen aus der Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft auszutauschen.

Neben den eigenen Vorbereitungen auf das zu repräsentierende Land versucht die Chemnitzer Delegation zudem immer zum interkulturellen Austausch beizutragen und auch anderen Studierenden mehr über das zu vertretene Land näherzubringen. Bei einem Ländertag am 10. Januar 2019 gibt die Chemnitzer Delegation in Kooperation mit anderen Hochschulgruppen und externen Gästen einen Einblick in die Herausforderungen des Landes und des Kontinentes. Zusätzlich zu Vorträgen gibt es bunte Programmpunkte. Der Ländertag wird im Club der Kulturen stattfinden. Das detaillierte Programm ist in Kürze auf der NMUN-Homepage verfügbar.

Stichwort: National Model United Nations-Simulation (NMUN)

Die National Model United Nations-Simulation ist unter den zahlreichen weltweiten Konferenzen die älteste, größte und professionellste Simulation. Das Hauptziel dieser Konferenz ist es, sich offen und unvoreingenommen mit den Positionen anderer Länder und Kulturen auseinanderzusetzen, die komplexen Zusammenhänge internationaler Sachverhalte und Verhandlungen zu verstehen und zu lösen und dabei Verhandlungsgeschick und diplomatisches Feingefühl zu schulen. Seit 2004 nehmen Delegationen der TU Chemnitz unter Leitung der Professur Internationale Politik an NMUN teil und wurden bereits mehrfach mit Awards für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet. Dabei ist die TU Chemnitz die einzige sächsische Universität, die sich Jahr für Jahr dieser Herausforderung stellt.