Uni präsentiert sich in Hannover

Forschung Chemnitzer Innovationen kommende Woche bei der wichtigsten Industriemesse der Welt vertreten

uni-praesentiert-sich-in-hannover
Martin Möbius (l.) und Jörn Langenickel (r.) vom Zentrum für Mikrotechnologien. Foto: TU Chemnitz

Mit einer Rekordzahl von mehr als 500 Anwendungsbeispielen für Industrie 4.0, lernfähigen Robotern und technischen Lösungen für die Energiewende öffnet die Hannover Messe ab Montag für eine Woche ihre Tore. Mit zahlreichen Innovationen sind auch Forscher der TU Chemnitz auf der wichtigsten Industriemesse der Welt vertreten. Das erwartet die Besucher am Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" der Chemnitzer Uni:

Leichter dank Faserkunststoff

Die Wissenschaftler präsentieren zum Beispiel gleich mehrere ihrer Leichtbau-Innovationen - darunter eine Pkw-Durchlade für die Rücksitzbank. Forscher des Bundesexzellenzclusters MERGE und des Instituts für Strukturleichtbau der Universität konnten Kosten und Gewicht nach vielen Monaten intensiver Arbeit reduzieren. "Wir haben das ursprünglich 3,85 Kilogramm schwere Metall-Bauteil völlig neu konzipiert und konnten sein Gewicht um mehr als die Hälfte reduzieren", sagt Lothar Kroll, Direktor des Instituts für Strukturleichtbau. "Erstmals überhaupt wurde dieses Strukturbauteil als faserkunststoffverstärktes Bauteil konstruiert und bis zur Serienreife weiterentwickelt", ergänzt Kroll.

3D-Druck und erweiterte Realität

Um die Leistungsdichte von Elektromotoren deutlich steigern zu können, sind völlig neue Herangehensweisen notwendig. Dieses Ziel verfolgen Johannes Rudolph und Fabian Lorenz, beide sind wissenschaftliche Mitarbeiter an der Professur für Elektrische Energiewandlungssysteme und Antriebe. Sie wollen mithilfe des 3D-Drucks nicht nur bereits bestehende Teile kopieren, sondern dessen Potenzial für die Fertigung von elektrischen Maschinen nutzen. Ebenfalls in Hannover dabei: die Professur für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik der TU Chemnitz.

Mitarbeiter demonstrieren ihr Know-how im Bereich virtueller und erweiterter Realität. "Augmented Reality" verknüpft real vorhandene Objekte mit virtuellen Informationen und verschafft so ein besseres Verständnis für komplizierte Sachverhalte. "Nicht nur Konzerne wie Facebook, Microsoft und Google haben Augmented Reality als Megatrend für die Industrie und den Handel identifiziert. Auch immer mehr klein- und mittelständische Unternehmen in Deutschland wollen diese Anwendungen als Wettbewerbsvorteil nutzen", versichert Philipp Klimant, Leiter der Abteilung Prozessinformatik und Virtuelle Produktentwicklung.

Clevere Folien

Wissenschaftler des TU-Zentrums für Mikrotechnologien und des Fraunhofer-Instituts für Elektronische Nanosysteme ENAS entwickelten eine mehrschichtige Sensorfolie, die mit fluoreszierenden Nanopartikeln beschichtet ist. Wird diese Folie beispielsweise in die Oberflächen der Rotorblätter einer Windkraftanlage eingebettet, dann könnten bei Routinewartungen Hinweise auf mögliche Schädigungen frühzeitig gegeben werden. Grund: Die Folie ändert unter Belastung ihre Helligkeit und speichert diesen Zustand eine gewisse Zeit. Auch bei Radaufhängungen von Kraftfahrzeugen oder Leichtbauteilen wäre diese Sicherheitsmaßnahme sinnvoll. rih