Unternehmen setzen verstärkt auf Personalarbeit

Fachkräftemonitoring Umfrage - Probleme bei der Stellenbesetzung

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Foto: Rico Hinkel

Seit 2001 führen die sächsischen Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern regelmäßig das Fachkräftemonitoring, eine repräsentative Umfrage in den Unternehmen aller Branchen und Betriebsgrößen, durch. Ziel ist es, die aktuelle Fachkräftesituation in der sächsischen Wirtschaft zu erfassen und daraus Empfehlungen für Politik, Verwaltung, Öffentlichkeit und Unternehmen abzuleiten. Die zentrale Erkenntnis der aktuellen Befragung unter fast 1.200 Unternehmen mit rund 59.000 Beschäftigten: Jedes zweite Unternehmen weist offene Stellen aus.

IT-Kentnisse werden auch immer wichtiger

Mit 52 offenen Stellen auf 1.000 Beschäftigte stellt dies die höchste Quote aller Befragungen seit 2001 dar. Hochgerechnet auf alle sächsischen Beschäftigten entspräche diese Relation rund 83.000 freien Stellen im Freistaat. Facharbeiter und Gesellen werden dabei für jede zweite offene Stelle benötigt. Neben den formellen Abschlüssen werden für die Unternehmen in Zukunft IT-Kenntnisse, Flexibilität, lebenslanges Lernen und soziale Kompetenzen der Mitarbeiter immer wichtiger.

Fakt ist jedoch: Jede zweite Stelle bleibt länger als sechs Monate offen. Davon besonders betroffen sind kleinere Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern. Langfristig offene Stellen kompensieren die befragten Firmen noch deutlich häufiger zur letzten Befragung durch Mehrarbeit und Überstunden anderer Mitarbeiter.

Aufträge ablehnen, weil der Soll nicht geschafft werden kann

Sie müssen zudem häufiger Aufträge und Projekte ablehnen, Fertigstellungstermine verschieben oder ihr Leistungsangebot einschränken. Insgesamt 90 Prozent der Unternehmen setzen deshalb auf Personalarbeit. Die Instrumente zur Mitarbeiterbindung reichen von regelmäßigen Mitarbeitergesprächen bis hin zur Anwendung von Personalentwicklungskonzepten. 95 Prozent bieten zudem Zusatzleistungen an.

Laut der aktuellen Umfrage beschäftigt jedes vierte Unternehmen inzwischen ausländische Mitarbeiter. 2015 waren es 10 Prozent weniger. Größtes Hindernis bei der Einstellung ausländischer Arbeitnehmer sind mit 84 Prozent der Nennungen Sprachbarrieren. Es folgen bürokratische Hürden, Unsicherheiten über das Qualifikationsniveau und über den Aufenthaltsstatus.